Dormero-Hotel

Dormero-Hotel in Halle sagt Lesung mit Akif Pirinçci ab

Halle (Saale) - Das Dormero sagt in letzter Minute Lesung aus einem islamfeindlichem Buch ab.

Von Jan Möbius 18.10.2016, 17:00

Diese Panne ist der Dormero-Hotel-Kette sichtlich unangenehm. Das von dem Konzern in Halle betriebene Kongress- und Kulturzentrum, erste Adresse für Tagungen  in der Saalestadt, hat vor wenigen Tagen einen Auftrag des bekannten Umzugsunternehmers Sven Ebert aus Hohenweiden angenommen.

Pikant: Teil der geplanten Veranstaltung war eine Lesung des umstrittenen Autoren Akif Pirinçci aus  seinem umstrittenen Buch „Umvolkung. Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden“. Praktisch in letzter Minute hat die Dormero-Leitung nun aber die Reißleine gezogen und die Lesung laut Sprecher Michael Berger abgesagt.

Dormero-Hotel in Halle sagt Lesung mit Akif Pirinçci ab

In seinem Buch behauptet Pirinçci, das deutsche Volk werde  heimlich vor allem durch Muslime ersetzt. Im Dormero Halle hat man laut Berger aber zum Zeitpunkt von Eberts Tagungsanfrage nicht gewusst, wen sich der Umzugsunternehmer als Gast ins Haus holen will. „Wir können das auch nicht in jedem Fall bis ins Detail hinterfragen“, sagte Sprecher Berger.

Nachdem der Leitung des Hauses nun nach einem Anruf der MZ bekannt wurde, wer der Redner auf Eberts Veranstaltung sein wird, wurde geprüft, wie die Hotel-Kette aus dem Vertrag herauskommen könnte. „Wir haben einseitig gekündigt“, sagte Berger.

Dabei nehme  das Unternehmen Schadensersatzklagen von Ebert in Kauf. Der wusste am Dienstagabend allerdings noch nichts von der Absage. Ebert sagte aber, dass er bereits eine Ausweichfläche für die Veranstaltung habe, dennoch zunächst auf die schriftliche Vertragskündigung warte.

Wird Sven Ebert Schadensersatz vom Dormero-Hotel Halle verlangen?

Ob er tatsächlich Schadenersatz verlangen, also letztlich seine Kosten und  die für Pirinçcis Honorar dem Dormero als Vertragsstrafe in Rechnung stellen wird, dazu äußerte sich Ebert zunächst nicht. Für ihn sei es wichtig, die Lesung stattfinden zu lassen. Die Hotel-Kette rechnet laut Sprecher Berger aber fest mit einer Schadensersatzklage.  „Wir hatten aber mit Blick auf die Sicherheit der anderen Gäste in unserem Haus keine andere Wahl.“

Unternehmer Ebert bezeichnet sich inzwischen selbst auf den Flyern zur Lesung als Extremismusexperte.  Einst Chef der Highland-Games ist  Ebert in Halle nicht erst seit dem Bekanntwerden seiner Kontakte zu Pirinçci umstritten. Aus seiner Abneigung gegen den Islam macht der Unternehmer öffentlich kein Hehl. „Muslime sind Rassisten“, behauptete er im Juni gegenüber der MZ. Deren Propheten Mohammed bezeichnete Ebert  als „Frauenschänder und Terroristen“. Für muslimische Flüchtlinge empfahl er gar, Aussteigerprogramme aufzulegen.

Grünen kündigen Sven Ebert die Mitgliedschaft

Die Folgen für Ebert sind inzwischen erheblich: Seine Mitgliedschaft bei den Grünen soll per Ausschluss beendet werden. Die kommunale Wohnungsgesellschaft GWG kündigte  die Werbepartnerschaft mit Eberts Umzugs-Unternehmen.  (mz)