Aufrüstung

Aufrüstung: Schusssichere Westen für Halles Stadtwache

Halle (Saale) - Die hallesche Stadtwache soll künftig besser ausgerüstet werden – sowohl personell als auch technisch. Derzeit läuft die Anschaffung von 16 Schutzwesten für die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes. Die jeweils 490 Euro teuren Kleidungsstücke sollen Schutz bieten vor Angriffen mit Stich und ...

Von Robert Briest 29.07.2016, 06:30
In Münster tragen Mitarbeiter vom Ordnungsamt Schutzwesten. Bald auch in Halle.
In Münster tragen Mitarbeiter vom Ordnungsamt Schutzwesten. Bald auch in Halle. dpa

Die hallesche Stadtwache soll künftig besser ausgerüstet werden – sowohl personell als auch technisch. Derzeit läuft die Anschaffung von 16 Schutzwesten für die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes. Die jeweils 490 Euro teuren Kleidungsstücke sollen Schutz bieten vor Angriffen mit Stich und Handfeuerwaffen.

„Der Einsatz erfolgt nach Lieferung, Anfang August“, sagt Lutz Müller, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sicherheit. Bisher war der Vollzugsdienst, so die amtliche Bezeichnung, lediglich mit einem Pfefferspray zur Abwehr von gefährlichen Tieren ausgerüstet.

Täglich Gefährdung ausgesetzt

„Die Mitarbeiter sind täglich einer möglichen Gefährdung ausgesetzt“, begründet Müller. Konkrete Zahlen oder praktische Beispiele für solche Gefährdungen konnte er allerdings nicht nennen, da die Stadt hier keine Statistik führe. Müller erklärte, jedoch die Anschaffung der Westen sei bereits seit längerer Zeit geplant.

Neu ist hingegen der Wunsch von Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos), die Stadtwache auch personell deutlich aufzurüsten. Drei Stellen sind bereits ausgeschrieben, sieben weitere würde der Rathauschef gern noch hinzufügen. Als Grund nennt er die momentane Sicherheitslage in Deutschland. Eine Anspielung auf die jüngsten Attentate in Ansbach, München und bei Würzburg.

Sicherheitskonzept erweitert

„Die Stadt hat ihr Sicherheitskonzept aufgrund der aktuellen Ereignisse erweitert“, erklärt Wiegand. Dies gelte vor allem für öffentliche Veranstaltungen wie das Laternenfest. Dafür sei eine personelle und technische Verstärkung im Bereich der Stadtwache notwendig, sagt der OB: „Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Ziel muss es jedoch sein, dass sich Bürger jederzeit angstfrei im gesamten Stadtgebiet bewegen können. Eine stärkere öffentliche Präsenz von Ordnungskräften trägt deutlich dazu bei.“

CDU-Stadtrat Andreas Scholtyssek, Vorsitzender des Ordnungsausschusses, zeigte sich von Wiegands Vorstoß überrascht, begrüßte aber inhaltlich sowohl die geforderte personelle Aufstockung als auch die neue Ausrüstung der Stadtwache: „Ich finde es nicht verkehrt, wenn sich die Mitarbeiter wehren können, wenn sie angegriffen werden.“ (mz)