Anpflanzen bis zur Ernte

Anpflanzen bis zur Ernte: Bauernhof in Kanena zeigt Kindern, wie die Natur funktioniert

Halle (Saale) - Chips sind kein Gemüse. Und sie werden nicht aus Pommes, sondern aus Kartoffeln gemacht. Diese Missverständnisse konnten auf dem Kinderbauernhof Kanena im Osten von Halle schon geklärt werden. Maria Schmidt, Undine Günther und Maik Wuttig wollen Kindern aber noch viel mehr ...

Von Denny Kleindienst 29.06.2020, 13:30

Chips sind kein Gemüse. Und sie werden nicht aus Pommes, sondern aus Kartoffeln gemacht. Diese Missverständnisse konnten auf dem Kinderbauernhof Kanena im Osten von Halle schon geklärt werden. Maria Schmidt, Undine Günther und Maik Wuttig wollen Kindern aber noch viel mehr beibringen.

Erlebnispädagogik in Halle: Kinder lernen Natur im Mitmach-Garten

Die drei sind die Kerngruppe, die sich um den Kinderbauernhof kümmert. Den gibt es seit Mai 2018 und er ist das jüngste Projekt des Vereins „GartenWerkStadt“, der mehrere Gemeinschaftsgärten in Halle betreibt. Der Name Kinderbauernhof ist dabei wörtlich zu verstehen, denn es sind „Kinder, die diesen Hof betreiben“, wie Maria Schmidt sagt und zugleich erklärt: „Das ist kein Schaugarten, sondern ein Mitmach-Garten.“ Das heißt: Die Kleinen sollen sich ruhig die Hände schmutzig machen. Erlebnispädagogik lautet das Stichwort.

Vom Anpflanzen bis zur Ernte können Kinder in Kanena alle Etappen des Gemüseanbaus miterleben. Und sie lernen neben dem Gärtnern noch etwas über Tierhaltung und Ernährung, sogar übers Bauen. So soll es laut Maik Wuttig in diesem Sommer noch einen Lehmofen zum Pizzabacken geben. Wuttig, der sieben Jahre in Neustadt in der Jugendhilfe gearbeitet hat, will Kinder aus ihrer „künstlichen Plastikwelt“ holen, wie er sagt.

Kinder sollen mit Mitmach-Bauernhof Bewusstsein für die Natur

Undine Günther stellt klar: „Wir wollen keine Regeln vermitteln.“ Sie möchte helfen, dass Kinder eine Verbindung zur Natur aufbauen, um ein Bewusstsein für die Natur zu bekommen. Dabei freuen sich die drei selbst riesig, wenn sie beobachten, wie sich zum Beispiel die Körperspannung einiger Kinder nach einer Stunde auf dem Hof plötzlich löst.

„Es ist schön zu sehen, wie Kinder sich erden“, sagt Maria Schmidt. Und weil sie auch zusammen mit den Kindern kochen und essen, kann sie von einem weiteren bemerkenswerten Erfolg berichten: „Die Abneigung gegen Kohlpflanzen haben wir überwunden.“ (mz)