30 Jahre Iris-Regenbogenzentrum

30 Jahre Iris-Regenbogenzentrum: Pandemie erschwert Arbeit der Familienberatungsstelle

Halle (Saale) - „Uns gibt es schon so lange, doch die Themen haben sich bis heute kaum verändert“, sagt Edith Pfeiffer. Die Hallenserin ist die Leiterin des Iris-Regenbogenzentrums, das in diesem Jahr ein rundes Jubiläum feiert: Ganze 30 Jahre besteht das Familienberatungszentrum, das seine Ursprünge in der Bürgerbewegung der DDR hatte und heute einen unverzichtbaren Beitrag in der Familien- und Sozialarbeit in Halle ...

Von Katja Pausch

„Uns gibt es schon so lange, doch die Themen haben sich bis heute kaum verändert“, sagt Edith Pfeiffer. Die Hallenserin ist die Leiterin des Iris-Regenbogenzentrums, das in diesem Jahr ein rundes Jubiläum feiert: Ganze 30 Jahre besteht das Familienberatungszentrum, das seine Ursprünge in der Bürgerbewegung der DDR hatte und heute einen unverzichtbaren Beitrag in der Familien- und Sozialarbeit in Halle leistet.

Den Grundstein für das heutige Zentrum hätten in der Wendezeit Mitglieder des Neuen Forums gelegt, die auf Demonstrationen auch auf die Rechte von Frauen aufmerksam gemacht hätten, so Gerlinde Gailer, die zu den Mitbegründerinnen des Hauses im Paulusviertel gehört.

Iris-Regenbogenzentrum feierte 31. Oktober 1991 Eröffnung

„Mit zwei Zimmern hat das Iris damals angefangen“, erinnert sich die Hallenserin, die als Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberaterin zum festen Team des Regenbogenzentrums gehört. Und während das Gründerzeithaus in der Schleiermacherstraße noch eine einzige Baustelle gewesen sei, hätten die ersten Gruppen dort ihre wichtige Arbeit aufgenommen. Grundanliegen damals wie heute: die Förderung von Frauen und Familien sowie die Schaffung eines Geburtshauses.

Am 31. Oktober 1991 wurde im Iris-Regenbogenzentrum, das seitdem unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Sozialministers Norbert Bischof steht, Eröffnung gefeiert. „Am 1. November 1992 nahmen dann die ersten Hebammen bei uns ihre Arbeit auf“, so Gerlinde Gailer, die sich noch gut an das erste im Geburtshaus geborene Kind erinnern kann: Nickel.

Zentrum war einmal ein Geburtenhaus

Inzwischen sind die Kinder von damals zum Teil selbst Eltern, und schon manche junge Frau, mancher junge Mann hat schon vor der Tür gestanden und mal schauen wollen, wo man selbst das Licht der Welt erblickt hat, so Gerlinde Gailer. Bis vor fünf Jahren habe es das Geburtshaus gegeben, bis die neu vorgeschriebenen Versicherungsmodalitäten für Hebammen ein rentables Arbeiten in Geburtshäusern unmöglich machten.

„Rund 750 Geburten gab es bei uns in den vergangenen 24 Jahren im Iris“, so Gerlinde Gailer, dabei seien Hausgeburten nicht mitgerechnet. Doch auch wenn es keine Geburten im Iris mehr gibt, laufen immer noch Hebammenkurse im Familienzentrum, das mit seinen großen, lichtdurchfluteten Räumen beste Voraussetzungen für Treffs von Eltern mit Kindern, Beratungsgespräche und Kurse bietet.

Beratung in der Pandemie ist schwierig

„Es ist schön, hier Kinderlachen zu hören, zu erleben, wie Vätern und Müttern in schwierigen Phasen geholfen werden kann“, so Edith Pfeiffer, die wie ihr Team aus Therapeuten, Sozialpädagogen und Beratern diesen Zustand seit einem Jahr vermisst. „Corona macht uns die Arbeit nicht leicht“, so die Iris-Chefin.

Gerade jetzt würden viele Familien und Alleinerziehende mit großen Problemen konfrontiert werden - von Homeschooling über Einsamkeit bis zu finanziellen Sorgen. Gruppenkurse sind derzeit nicht möglich, doch die Beratungsstellen, so Edith Pfeiffer, würden weiter arbeiten - mit Abstand, aber immer nah dran an den Sorgen der Familien. Im Oktober soll das Jubiläum mit einem bunten Hausfest gefeiert werden. (mz)