Hollywood/Schacht Barbara in Gräfenhainichen

Hollywood/Schacht Barbara in Gräfenhainichen: Traditionslokal gibt nach 30 Jahren auf

Gräfenhainichen - Nach 30 Jahren gibt die Familie auf. Das traditionsreiche Gasthaus „Hollywood - Schacht Barbara“ in Gräfenhainichen muss nach 30 Jahren schließen.

Von Julius Jasper Topp
Hartmut, Tino und Jutta Gawollek in ihrem Grä­fen­hai­ni­che­ner Re­stau­rant Hol­ly­wood. Die Gäste bleiben aus.

Das traditionsreiche Gasthaus „Hollywood - Schacht Barbara“ in Gräfenhainichen muss nach 30 Jahren schließen. Das bestätigte Senior-Chefin Jutta Gawollek am Montag der MZ. Gelegenheit für die Allgemeinheit, sich vom Betrieb zu verabschieden, gebe es nun leider nicht mehr.

Obwohl das offizielle Ende erst Mitte Juli anstehe, sei das Personal vorher noch im Resturlaub. Das Gasthaus öffne bloß noch am Dienstag für ausgewählte Stammgäste ein letztes Mal.

„Uns fehlen einfach die Reisebusse“, sagte Gawollek zur Begründung. Das Restaurant mit Bergmann-Ambiente hatte vor allem Touristengruppen angezogen, die hier einen Zwischenstopp eingelegt hatten. Seit der Wiedereröffnung am 22. Mai nach der Corona-bedingten Schließung sei aber „nicht ein einziger Bus“ gekommen, so die Chefin.

„Ich habe mich schon bei allen Reiseunternehmen, mit denen wir gemeinsam gearbeitet haben, persönlich verabschiedet“, sagt sie. Viele Veranstalter hätten ihr zu dieser Gelegenheit erzählt, dass es noch nicht eine Fahrt gegeben habe.

Das liege daran, dass die Busreisen nur halb besetzt werden dürfte, zudem gelte Mundschutzpflicht im Bus. „Das wollen viele Rentner nicht mitmachen“, glaubt Gawollek. Und die Gäste aus Gräfenhainichen, die oft nur für ein Bier vorbeischauten, reichten nicht, um die laufenden Kosten zu decken, zumal man nach wie vor kein Buffet anbieten dürfe. Dabei sei der Bergmannslunch sonst immer eine beliebte Veranstaltung gewesen.

Eigentlich hatte der Sohn des Ehepaars Gawollek, die 74 und 78 Jahre alt sind, das Gewerbe übernehmen sollen. „Corona hat uns nun aber den Rest gegeben“, sagt Jutta Gawollek.

Die Gaststätte plagten seit längerem Personalsorgen, zudem hatte es in einem Nebengelass gebrannt. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, sagt die Chefin. Man habe die anstehende Schließung extra noch etwas hinausgezögert, damit ein Auszubildender noch seine Prüfung ablegen könne.

Nun wolle man das Gebäude verkaufen. Falls die Bergmannstradition erhalten bleiben solle, könne ihr Mann dem neuen Eigentümer bestimmt den ein oder anderen Tipp geben, sagt sie. (mz)