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Zirkus-GastspielZirkus-Gastspiel: Elefanten stapfen im Schnee auf der Wiese

Von ronald dähnert 20.03.2013, 18:50
Der Elefant schaut sich auf dem Wiesengelände um.
Der Elefant schaut sich auf dem Wiesengelände um. döring Lizenz

eisleben/MZ - Ist es der Klimawandel oder eine Sinnestäuschung, wenn auf dem Gelände der Eisleber Wiese ein Elefant gesichtet wird? Weder noch, so Heinrich Frank, Pressesprecher des Circus Afrika. Sein Zirkusteam gastiert vom kommenden Freitag bis zum Montag in Eisleben und die Elefanten des Zirkus’ würden „gern spazieren gehen“, sagte Frank. Dass die Dickhäuter zum Frühlingsanfang durch den Schnee stapfen, damit hätte auch er freilich nie gerechnet.

Die Tiere waren am Montag in Eisleben angekommen und hatten sich offenbar gleich mit dem Wiesengelände vertraut gemacht. Ein Dickhäuter tauchte am Abend im verschneiten Dickicht auf. Das sorgte für Aufsehen und rief auch sofort den Fotografen Michael Döring auf den Plan. Er schnappte sich seine „Safari-Ausrüstung“ und schoss das ungewöhnliche Bild. Es erinnert ein wenig an den karthagischen Feldherrn Hannibal, der vor mehr als 2 000 Jahren mit Dutzenden Elefanten die Alpen überquerte, um gegen Rom zu ziehen.

Der Überlieferung nach sind die meisten Elefanten dabei umgekommen. Dieses Schicksal droht den drei Elefanten aus dem Zirkus nicht. Es sind zwei afrikanische Elefanten und ein indischer, die seien normalerweise in einem Stallzelt untergebracht, aber ab und zu müssten sie auch herumlaufen. Der Schnee mache ihnen nichts aus, so der Zirkus-Sprecher, sie seien alle in Deutschland geboren und durch den Schnee zu stapfen, seien sie gewohnt. Aufwärmen könnten sich die Elefanten im Stallzelt, das „natürlich beheizt wird“, so Frank. Ähnlich verhalte es sich mit dem Zirkuszelt, auch das sei bei den Vorstellungen beheizt.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Proteste von Tierschützern gegeben, wenn der Circus Afrika auftaucht. So auch Anfang des Monats in Halle. Dort hatten Tierschützer der halleschen Initiative gegen Wildtierhaltung gefordert, die „Elefanten in Rente zu schicken“. Verantwortliche des Circus Afrika hatten sich gegen die „Vorwürfe der Tierschützer“ gewehrt. Der Junior-Chef des Unternehmens, Otto Weisheit, verwies auf Lizenzen, die für die Haltung von Wildtieren nötig seien. Die habe der Zirkus und auch bei Kontrollen des Veterinäramtes Anfang März in Halle seien dem Circus Afrika „Bestnoten für die Haltung der Tiere“ erteilt worden.