Tierheim „Am Sandgraben“

Tierheim „Am Sandgraben“ : Was zwei Mädchen in ihrem Ferienjob erlebten

Eisleben - Den Tieren geht es wie den Menschen. An diesen Hitzetagen suchen die meisten ein schattiges Plätzchen. Helena Trauschke (12) und Vivian Stelzer (16) machen diese Erfahrung derzeit aus nächster Nähe. Sie sind in ihren Sommerferien als ehrenamtliche Helferinnen fast täglich auf dem Gelände des Eisleber Tierheims ...

Von Daniela Kainz 26.07.2019, 09:15

Den Tieren geht es wie den Menschen. An diesen Hitzetagen suchen die meisten ein schattiges Plätzchen. Helena Trauschke (12) und Vivian Stelzer (16) machen diese Erfahrung derzeit aus nächster Nähe. Sie sind in ihren Sommerferien als ehrenamtliche Helferinnen fast täglich auf dem Gelände des Eisleber Tierheims anzutreffen.

Tierheim statt Kindergarten

Für Leiter Mario Rommel und sein Team sind die beiden eine wichtige Unterstützung. Sie helfen bei den vielen tausend Handgriffen, die den Tag über gemacht werden müssen.

Helena wollte ursprünglich als Ferienjob in einem Kindergarten arbeiten. „Ich kann gut mit kleinen Kindern“, sagt sie.

Das klappte aber aus versicherungstechnischen Gründen nicht. Die Alternative im Tierheim ist für die Klostermansfelderin nicht weniger interessant und erfüllend.

Die unterschiedlichen Erfahrungen mit den Tieren lösen bei Helena bislang ungeahnte Reaktionen aus. „Ich bin eher ein Katzenmensch“, sagt sie.

Vielleicht ändere sich das aber auch noch und sie werde zu einem Hundemensch. Die bellenden Vierbeiner im Tierheim, so Helena, seien sehr zutraulich. Das hätte sie gar nicht gedacht. Sehr auf Streicheleinheiten sind aber auch die Katzen des Tierheimes bedacht, wie Helena schon bemerkt hat.

Der Tag im Tierheim besteht aber nicht nur aus Schmusereien mit den Bewohnern. „Ich bringe den Tieren Futter und Wasser, führe die Hunde aus und habe auch schon die Katzenklos saubergemacht“, zählt Helena auf.

Verschiedene Schicksale

Langeweile kommt bei der Gymnasiastin nicht auf. Es gibt immer etwas zu tun. Nach getaner Arbeit, wenn sie wieder zu Hause ist, merkt sie die Anstrengung und ist „ganz schön müde“. Trotzdem: Am nächsten Tag geht sie wieder voller Freude zu ihrem Ferienjob.

Gut gelaunt kommt auch Vivian täglich zum Tierheim. „Wenn ich sechs Wochen Zeit habe, will ich nicht nur rumsitzen“, sagt die Mansfelderin zu ihren Beweggründen, in den Sommerferien im Tierheim mitzuarbeiten.

Dass ihre Tätigkeit ehrenamtlich ist und damit nicht bezahlt wird, stellt für die 16-Jährige kein Problem dar. Was die Tiere einem geben, sei etwas ganz anderes und unbezahlbar, erzählt sie.

„Für mich ist das Entspannung.“ Die Tiere würden sich über die Zuwendung freuen und seien sehr zutraulich. Sie seien dankbar für jede Aufmerksamkeit.

Kleine Pensionsgäste

Die Schicksale der Tiere, von denen sie während ihrer Ferienarbeit erfährt, berühren die Mansfelderin.

So müssen derzeit zwei kleine Katzen von den Tierheim-Mitarbeitern quasi als Mutterersatz mit der Flasche, im konkreten Fall mit einer kleinen Spritze, aufgezogen werden.

Deshalb freut es Vivian umso mehr, wenn Leute ins Tierheim kommen, weil sie sich für ein Tier interessieren und ihm gern ein neues Zuhause geben wollen.

Aktuell leben 40 Katzen und elf Hunde auf dem Gelände des Tierheimes. Zwei Meerschweinchen werden auch betreut. Ihre Besitzer sind im Urlaub.

Tag der Offenen Tür am 31. August

Wenn Vivian vom Tierheim zurück zu Hause ist, begegnet sie den nächsten Vierbeinern. Eine Katzen und die beiden Familienhunde warten auf sie. Zeit bleibt ihr auch noch, um sich mit Freunden zu treffen, baden zu gehen oder zu lesen.

Vivian fühlt sich im Team der Eisleber Tierheim-Mitarbeiter von Anfang an gut aufgenommen: „Es sind alle total nett und hilfsbereit.“ Dann geht sie mit Helena wieder los. In der Hand eine Tüte mit Leckerlis für die Hunde.

Das Tierheim „Am Sandgraben“, Hauptstraße 141, lädt am 31. August in der Zeit von 10 bis 15 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

(mz)