Lebenshilfe Mansfelder Land

Lebenshilfe Mansfelder Land: Großprojekt ist nach vier Jahren fertig

Eisleben - Lebenshilfe feiert Einweihung der neuen Werkstattgebäude in Eisleben.

Von Jörg Müller 07.05.2017, 07:00

Der Satz des Tages wurde gleich in mehreren Grußworten gesprochen: „Was lange währt, wird gut.“ Denn der Werkstatt-Neubau der Lebenshilfe Mansfelder Land hat sich hingezogen: Rund vier Jahre seien seit der ersten Antragstellung vergangen, sagte Nicole Kühnold, Geschäftsführerin des Vereins und der Mitteldeutsche Werkstätten gGmbH. Doch nun ist es geschafft: Am Freitag konnte Kühnold mit den Mitarbeitern und zahlreichen Gästen die Einweihung der beiden neuen Werkstattgebäude am Hauptsitz in der Eisleber Alleebreite feiern.

Neubau der Lebenshilfe Mansfelder Land hat rund drei Millionen Euro gekostet

Für die Lebenshilfe ist es eines der größten Projekte in der 25-jährigen Vereinsgeschichte gewesen. Rund drei Millionen Euro hat der Bau laut Kühnold gekostet. 80 Prozent trage das Land Sachsen-Anhalt über die Sozialagentur; 20 Prozent sind Eigenmittel.

Die Lebenshilfe Mansfelder Land ist 1992 aus dem Lebenshilfe-Verein Hettstedt/Großörner und dem Kreisrehabilitationszentrum Eisleben hervorgegangen. Seit 2014 gibt es neben dem Verein die Mitteldeutsche Werkstätten und die Mitteldeutsche Wohn- und Betreuungsstätten gGmbH, die jetzt die Einrichtungen betreiben. Insgesamt werden mehr als 800 behinderte Menschen betreut und gefördert - von mehr als 160 fest angestellten und 50 weiteren Beschäftigten. In den Werkstätten arbeiten die Behinderten in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Leichtmontage, Tischlerei, Buchbinderei, Druckerei/Werbegestaltung, Wäscherei sowie Garten- und Landschaftsbau. Demnächst eröffnet die Lebenshilfe in der Bucherstraße 13 in Eisleben einen kleinen Laden.

Komplett selbst finanzieren müssen die Mitteldeutschen Werkstätten der Lebenshilfe die Ausstattung. Parallel ist der Wäschereibereich umgebaut und erweitert worden - Kosten: rund 120.000 Euro. Hier liege der Eigenanteil bei 30 Prozent. „Ich weiß, dass das viel Geld ist“, so Kühnold. Aber um den Mitarbeitern beste Arbeitsbedingungen bieten zu können, „ist jeder Euro gut investiert“.

Notwendig war der Neubau vor allem, weil die alte Werkstatt in der Karl-Fischer-Straße nicht mehr die Anforderungen des Brandschutzes erfüllt. Die Mitarbeiter hätten die kleinen, aber sehr gemütlichen Räume jedoch immer geliebt, sagte die Geschäftsführerin. Wie marode die Gebäude sind, die dem Landkreis gehören, zeigte sich allerdings erst vor kurzem, als in einem Raum ein Stück Decke einbrach.

Bua hat sich wegen archäologischen Grabung verzögert

Verzögert habe sich der Neubau unter anderem wegen der archäologischen Grabung auf dem Baufeld, bei der ein jungsteinzeitliches Kindergrab gefunden worden war. Im Juni 2015 konnte der Bau dann mit dem symbolischen ersten Spatenstich gestartet werden. „Bis zuletzt wurde fieberhaft gearbeitet“, so die Geschäftsführerin. Unter den Planern und Baufirmen, denen sie ihren Dank aussprach, hob sie Kutter HTS aus Helbra hervor. „Sonderwünsche und notwendige Änderungen sind nie ein Problem gewesen. Sie haben alles möglich gemacht.“ In den beiden Gebäuden werden mehr als 100 Mitarbeiter tätig sein. Auch ein Speise- und ein Sportraum sind entstanden. (mz)