Unsicherheit Corona

Gerbstedter Stadtrat stimmt grundsätzlich für die Öffnung der Freibäder

Der Gerbstedter Stadtrat beschließt den Haushalt für 2021, mit dem die im Vorjahr geschlossenen Freibäder wieder geöffnet werden sollen. Das letzte Wort hat jedoch der Landkreis.

Gerbstedt

Im Sommer soll in der Einheitsgemeinde Gerbstedt wieder gebadet werden: Der Stadtrat hat am Dienstagabend den Haushalt für 2021 auf den Weg gebracht, mit dem die Freibäder in Gerbstedt und Augsdorf wieder geöffnet werden sollen. Im Vorjahr waren die Bäder geschlossen geblieben - was für großen Unmut sorgte. Nun laufen laut Interims-Bürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) bereits die Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde zum Ablassen und zur Neubefüllung der Becken. Nach dem Beschluss des Stadtrat fehlt noch die Genehmigung des Landkreises.

Der Haushalt war von Jutta Fischer gemeinsam mit Verwaltung und Stadtrat seit Februar vorbereitet worden. Das Defizit konnte dabei von 2,2 Millionen Euro im Vorjahresentwurf auf 1,5 Millionen Euro verringert werden. „Es sind wirklich keine Kürzungen mehr möglich gewesen“, so Fischer. Eine Haushaltssperre soll bestehen bleiben. Der Anteil der freiwilligen Leistungen konnte von gut acht auf 4,75 Prozent gesenkt werden - und das, ohne entscheidende Abstriche bei Freizeitangeboten zu machen.

Freibäder in Gerbstedt und Augsdorf öffnen im Sommer wieder

Dazu zählen natürlich die Bäder in Gerbstedt und Augsdorf, die im Sommer ausdrücklich geöffnet werden sollen. Begründet wird das auch mit der Nutzung durch Vereine, Feuerwehren und für nötige Schwimmkurse. Doch natürlich hat das Jahr 2020 grundsätzlich Spuren hinterlassen: Nachdem der Haushalt nicht genehmigt worden war, befand sich Gerbstedt in vorläufiger Haushaltsführung, die nur Pflichtausgaben erlaubt. Der damalige Bürgermeister Bernd Hartwig (parteilos) entschied, die Bäder, die zu freiwilligen Aufgaben zählen, nicht zu öffnen - obwohl der Landkreis im Anschluss signalisierte, dass eine Öffnung dennoch möglich sei. Was folgten, war Frust in der Bevölkerung und im Stadtrat - und eine Unzufriedenheit, die wohl auch ein Grund für Hartwigs Abwahl im Januar war.

Mit dem beschlossenen Haushalt soll es in diesem Jahr nun besser laufen. „Da fällt uns ein großer Stein vom Herzen“, sagte Klaus Dohndorf (SPD), der die Sitzung am Dienstag leitete. Jutta Fischer betonte, dass der Haushaltsbeschluss ohne das Team der Verwaltung und die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat nicht möglich gewesen wäre.

Kritik an der Unterfinanzierung der Kommunen

Die Ratsfraktion der Linken im Stadtrat enthielt sich bei der Entscheidung zum Haushalt derweil geschlossen. Fraktionschef Manfred Lüning dankte der Finanzverwaltung und Jutta Fischer zwar ebenfalls für die Arbeit. Er kritisierte jedoch das grundsätzliche Verfahren und mahnte eine bessere Finanzausstattung der Kommunen durch das Land an. „Die Stadt Gerbstedt ist permanent unterfinanziert“, so Lüning. „Die Realität ist, dass sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, wenn wir den Haushalt so umsetzen.“

Bevor es soweit ist, muss der Haushalt ohnehin erst noch vom Landkreis genehmigt werden. Jutta Fischer hofft dabei auf eine zeitnahe Entscheidung. „Ich wünsche mir, dass die Kommunalaufsicht nicht von ihrer Vier-Wochen-Frist Gebrauch macht und damit eine ehrenamtliche Bürgermeisterin unterstützt“, sagte sie. Und natürlich ist da auch noch ein zweiter Unsicherheitsfaktor: Corona. „Wie es mit Covid und Freibädern im Jahr 2021 aussieht, das kann heute noch keiner sagen“, so Fischer. Klaus Dohndorf zeigte sich nach dem Beschluss optimistisch. „Die Leute, das Konzept und die Bereitschaft sind da“, sagte Dohndorf, der auch Ortsbürgermeister von Augsdorf ist. „Sie brauchen nur den Startschuss, dann geht’s los!“ (mz/Felix Fahnert)