Jetzt gilt Devise: Abwarten

Wie blicken die Badbetreiber von Dessau-Roßlau auf die Freibadsaison 2021?

Die bundesweite Notbremse verriegelt auch den Zugang zu Badeanstalten. Die Freibäder in Dessau-Roßlau bereiten sich nun auf eine spätere Eröffnung vor.

Von Silvia Bürkmann
Neuer Sand und eine kürzere Steganlage erwarten die Badegäste im Strandbad Adria. Die Saison aber beginnt nicht wie üblich im Mai. (Foto. Thomas Ruttke)

Dessau-Roßlau - Die Altvorderen erinnern sich: Ab Mai eröffnen die Freibäder! Das war deutschlandweit seit Generationen so und als Stichtag für das „Anbaden“ galt immer der 15. Mai.

Dass die Tradition im Jahrgang 2021 nicht fortgesetzt wird, hat einen zwingenden und einen offensichtlichen Grund: Erstens untersagt die bundesweite Corona-Notbremse den Bäderbetrieb. Und zweitens? Ist das Wetter nach frostigem April für den Sprung ins Freibad noch um einiges zu kalt. Von den großen Freibädern hat die Doppelstadt mit dem Waldbad und der Adria zwei große auf Dessauer Seite. Auf Roßlauer Seite kommt das Freizeitbad als Einrichtung in kommunaler Trägerschaft hinzu.

Das Erlebnisbad Roßlau saß im April vollends auf dem Trocknen

Das Erlebnisbad Roßlau saß im April vollends auf dem Trocknen, Anfang des Monats war das alte Wasser aus den Schwimm- und Badebecken abgepumpt worden. Die vielen Kubikmeter Wasser waren frei von Chemikalien und konnten so in reichem Maße für die Bewässerung der großen Rasenflächen genutzt werden.

Die Becken werden nun durch Mitarbeiter des städtischen Bäderbetriebes vom Schmutz befreit und mit Edelstahlreiniger aufpoliert. Nach der Reinigung werden die Becken wieder mit Wasser befüllt, die Chlorgasanlage wird wieder in Betrieb genommen und alle notwendigen Sicherheitschecks werden durchgeführt.

Während der Saison 2020 konnten coronabedingt im Erlebnisbad Roßlau nur knapp 17.300 Gäste begrüßt werden

Zu den vorbereitenden Arbeiten für die Freibadsaison gehören noch viele andere Aufgaben: Da ist jede Menge Laub auf den Freiflächen zu harken, Unkraut zu entfernen und Rasen zu mähen, sind Wege zu reinigen, Ausbesserungen an Betonflächen und kleine Fliesenlegearbeiten vorzunehmen. Nach der Inbetriebnahme der Badewassertechnik muss diese täglich kontrolliert, gewartet und die Wasserwerte müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Im Moment sind vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Freibad mit den Vorbereitungen beschäftigt. Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilte, konnten während der Saison 2020 coronabedingt im Erlebnisbad nur knapp 17.300 Gäste begrüßt werden. Trotz eines schönen, warmen Sommers.

Auch das Freizeitbad Roßlau muss noch auf Gäste warten.
(Foto: Thomas Ruttke)

Das Hygienekonzept für das Freibad sei von den Badegästen gut angenommen worden, teilte die Stadt mit. Zeitgleich waren bis 500 Gäste im Bad Roßlau erlaubt.

Im Vorjahr schrieben die Hygieneregeln pro Kopf 15 Quadratmeter vor

Auch die Pächter der Dessauer Freibäder sind momentan von der Corona-Pandemie noch wie gefangen zwischen Baum und Borke. „Viel vorbereiten lässt sich ja nicht“, sagt Thomas Jetzke mit Blick über die großen Flächen im Strandbad Adria, das er über Erbbaupacht betreibt. Im Vorjahr waren mit dem neuen Sand am Strandzugang und dem Abbau der maroden Steganlage im hinteren Bereich bis zum Campingplatz die Bauvorhaben abgeschlossen. „Dort, wo bisher der Steg war, setzen wir nun Bojen, um den Nichtschwimmerbereich vom tiefen Wasser abzugrenzen“, so Jetzke.

Wegen zu hoher Zahl an Badegästen sorgt er sich nicht: Im Vorjahr schrieben die Hygieneregeln pro Kopf 15 Quadratmeter vor - sowohl an Land als auch im Wasser. Die Adria hätte über das Dreifache zu bieten. „Platz haben wir mehr als genug. Aber jetzt kann man nur abwarten.“

Kerstin und Lutz Büttner wagen den Neustart im Waldbad

Nichts anderes bleibt auch Kerstin und Lutz Büttner übrig, die neuen Pächter im Waldbad. „Aufschließen und losschwimmen“, so wollten die zwei ihre Saison Nr. 1 im Freibad Am Schenkenbusch starten. Am liebsten gleich zum 1. Mai, jetzt aber sieht es auch zum 15. Mai schlecht aus. „Wir haben unser Hygienekonzept eingereicht und warten noch auf eine Antwort von der Stadt“, sagt Kerstin Büttner. Eine ganze Familie steht in den „Startlöchern“. Denn auch ihre Eltern Viola und Rainer Büttner sind in die Saisonvorbereitungen fest eingebunden.

Zu führen sind zudem noch die Verhandlungen mit den Rettungsschwimmern. Und auch die Geschäftspartner für die Gaststätte und einen Imbissbetrieb wüssten gern Bescheid über die Lage. Trotz des Corona-„Hammers“ wollen sich die Büttners jedenfalls nicht entmutigen lassen. (mz)