Ausgesetzt und ohne Mutter

Tierheim Dessau: Happy End für ausgesetzte Katzenbabys

Dessau - Das Tierheim Dessau-Roßlau bekommt sieben Katzenjunge ohne Mütter. Nach einem Facebook-Aufruf wird die Besitzerin wird ermittelt.

Sie sind 500 beziehungsweise um die 300 Gramm schwer und schnurrten am Freitag genüsslich in Deckung ihrer Mütter. Happy End im Tierheim? Zunächst einmal ja.

Ausgesetzte Kitten brauchten dringend ihre Mütter

Das Tierheim hatte am Donnerstagabend einen Hilferuf auf Facebook gestartet, nachdem ihm wenige Stunden zuvor sieben Kitten aus zwei Würfen übergeben worden sind. Die Tiere, etwa zwei und vier Wochen alt, seien in der Dessauer Franzstraße ausgesetzt gewesen, schilderte der Finder. Tierheimleiterin Catrin Rhode startete noch am Abend einen öffentlichen Hilferuf. „Die Katzenbabys brauchen dringend ihre Mütter“, die nun auch gesundheitliche Beschwerden bekommen könnten.

Milchstau und Mastitis könnten die Folgen sein, was auch lebensbedrohlich sei. Zumal der vermeintliche Fund das Tierheim in arge Bedrängnis gebracht hat. Aller zwei Stunden müssen die Jungen gefüttert werden - tags und nachts. „Das geht an unsere Grenzen“, appellierte Rhode an die Vernunft der Tierbesitzer.

Mann hatte Fund-Story erfunden

Dass die Katzenmütter seit Freitagmorgen wieder ihre Jungen säugen, ist den Hinweisen von Dessauern zu verdanken und letzten Endes auch der Vernunft der Tierhalterin. Aus den Hinweisen ging unter anderem hervor, dass die Tiere im Internet schon einmal zur Vermittlung standen.

Rhode nahm Kontakt auf, und später die Katzenmuttis in Obhut. Dabei wurde auch deutlich, dass die Story von dem Fund in der Dessauer Franzstraße erfunden war. Die Tiere hatten ein Zuhause. Zum Haushalt gehören insgesamt fünf unkastrierte erwachsene Katzen. Der vermeintliche Finder ist der Partner der Tierbesitzerin. Offensichtlich war er mit der Situation und sieben Katzenbabys, die zugefüttert werden mussten, überfordert, schätzt Rhode.

Gesundheit der Tiere riskiert

Eigentlich hat sich der Mann strafbar gemacht, indem er erstens die Tiere in diesem Alter trennte und damit deren Gesundheit riskierte und andererseits im Tierheim noch falsche Tatsachen vortäuschte. Dass das Paar offensichtlich mit der ganzen Situation überfordert war, sei menschlich nachvollziehbar, sagt Rhode. „Aber was ich verantwortungslos finde, ist die Tatsache, dass verschieden geschlechtliche Tiere zusammen gehalten werden“, erinnert sie an die Möglichkeit von Kastration und Sterilisation.

Die kleinen und großen Samtpfoten sind im Tierheim vorerst gut aufgehoben. Täglich werden die sieben Katzenbabys gewogen, um zu erfahren, ob sie zunehmen. (mz/age)