Bizarre Situation in Elbe-Rossel-Halle

Tierheim-Ärger beschäftigt nun auch Dessauer Stadtrat - Vorstand und Tierfreunde sitzen unversöhnlich auf derselben Tribüne

Von Oliver Müller-Lorey 21.10.2021, 13:00 • Aktualisiert: 21.10.2021, 13:20
Der Stadtrat Dessau-Roßlau.
Der Stadtrat Dessau-Roßlau. Foto: Thomas Ruttke

Dessau-Rosslau/MZ - Der Streit zwischen Mitgliedern des Dessauer Tierschutzvereins und dessen Vorstand, Andreas Lamm, hat nun auch den Stadtrat erreicht und am Mittwochabend zu einer bizarren Situation in der Einwohnerfragestunde geführt. Auf der Tribüne berichtete der Tierfreund Lutz Lange den Abgeordneten davon, dass der Vorstandsvorsitzende Andreas Lamm ihn aus dem Verein geworfen habe.

Der saß nur einige Meter daneben und wollte seinerseits erklären, was sich aus seiner Sicht im Tierschutzverein abgespielt habe. Doch der Stadtratsvorsitzende Frank Rumpf (CDU) bremste beide Männer. Gegenüber Lange gab er zu bedenken, dass der Stadtrat nicht in vereinsinterne Abläufe eingreifen könne. Da Lamm keine Frage stellen, sondern nur eine Erklärung abgeben wollte, erhielt er kein Rederecht.

Drei weitere Bürger, die sich zu dem Thema äußern wollten, verzichteten daraufhin auf ihr Rederecht.

Stadtrat Hendrik Weber von der Bunten Fraktion und Linken-Abgeordneter Ralf Schönemann boten jeweils an, sich mit dem Thema beschäftigen zu wollen und beide Seiten anzuhören. Schönemann kritisierte jedoch, dass Streitigkeiten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Bislang sei ihm über den Tierschutzverein, der das Tierheim seit Jahren betreibe, nichts Negatives zu Ohren gekommen. „Vieles, was da behauptet wird, kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Schönemann.

Bei dem Streit war es im Kern um eine trächtige Katze gegangen, die in einem Schuppen außerhalb des heutigen Tierheims untergebracht worden sollte. Lange hatte das kritisiert und die Amtstierärztin gerufen. Später erteilte Lamm ihm Hausverbot.