Rückkehrertag bei Stadtwerken

Rückkehrertag bei Stadtwerken: 41 Firmen vor Ort - Region wirbt verstärkt um Heimkehrer

Dessau - Der Saal der Stadtwerke in der Albrechtstraße ist groß. Am Freitagnachmittag jedoch ausgefüllt bis zum letzten Winkel mit Ausstellern und deren Job-Angeboten. „Wann kommst du nach Hause?“ - mit dieser Frage haben sich Unternehmen und Institutionen aus Dessau-Roßlau zum dritten Mal am so genannten „dritten Feiertag“ nach Weihnachten beim „Rückkehrertag“ an Berufspendler und Weggezogene ...

Von Silvia Bürkmann

Der Saal der Stadtwerke in der Albrechtstraße ist groß. Am Freitagnachmittag jedoch ausgefüllt bis zum letzten Winkel mit Ausstellern und deren Job-Angeboten. „Wann kommst du nach Hause?“ - mit dieser Frage haben sich Unternehmen und Institutionen aus Dessau-Roßlau zum dritten Mal am so genannten „dritten Feiertag“ nach Weihnachten beim „Rückkehrertag“ an Berufspendler und Weggezogene gewendet.

Das Dargebotene war immens. Hatten im Vorjahr an gleicher Stelle noch 27 Aussteller versucht, die Neugier der Besucher auf sich zu ziehen, sind das diesmal 41. „Noch am 20. Dezember hat sich die Hochschule Anhalt ihren Ausstellungsplatz gesichert“, berichtet Maren Springer-Hoffmann von der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau von der gestiegenen Nachfrage in Unternehmen nach Fachkräften.

Diese Suche sei gleiches Interesse und Antrieb der Unternehmen, meint Jörg Dommert von der Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik. Er habe bereits im Vorjahr seine Firma erfolgreich präsentieren und einen Rückkehrer gewinnen können, der von Siemens Frankfurt heim nach Dessau kam und im Unternehmen an der Alten Landebahn fest Fuß fasste. „Solche Messen lohnen sich, auch wenn man am Ende des Tages auch nur einen einzigen Bewerber abkriegt.“ Dommert sieht sich selbst als Rückkehrer. In den 1980er Jahren über die grüne Grenze geflohen, kehrte er 1995 nach Ostdeutschland zurück. „Weil hier wirkliche Aufbruchstimmung herrschte und man etwas Neues gestalten konnte“, kniete sich Dommert bei Flachglas Thalheim rein wie bei Pauly Biskuit. Und dann bei Schaltschrankbau.

Gleichfalls zum zweiten Mal dabei ist die Roßlauer Schiffswerft GmbH. Im Vorjahr hatte die Mannschaft um Geschäftsführer Peter Talaska zwei Neueinstellungen nach der Jobmesse verbuchen können. Nicht nur als klassische Rückkehrerdmesse betrachtet die Werft die Aktion, sondern auch als Gelegenheit, sich und ihre Produkte einem größeren Publikum vorzustellen.

Offene Stellenangebote können die Besucher gleich hinter dem Eingangsbereich an einer vollen Pinnwand aufspüren und dann direkt beim Anbieter vorsprechen. Insgesamt konnten die Veranstalter von Arbeitsagentur, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld, Dessau, Wittenberg während der drei Stunden wiederum 300 Besucher zum Rundgang begrüßen. „Das ist die gleiche Besuchernachfrage wie im Vorjahr in vier Stunden. Wir sind zufrieden“, so Maren Springer-Hoffmann am späten Nachmittag.

Interessiert umgeschaut hat sich auch ein 38-jähriger Münchner, der zu Weihnachten seine Eltern in Dessau besuchte und sonst gutes Geld in Bayern verdient. Er wollte sich unverbindlich informieren, wie sich seine Branche - Maschinenbau und Metallverarbeitung - in der Heimat entwickelt. Unterm Arm hat er die Prospekte vom WTZ Roßlau und vom Schaltschrankbau... (mz)