Projekt „Jugendbauhütte“

Projekt „Jugendbauhütte“: Jugendliche kümmern sich um Denkmalpflege in Dessau-Roßlau

Dessau - Projekt „Jugendbauhütte“ startet am 1. September auch in Dessau-Roßlau. Bewerbungen für Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege jetzt einreichen.

Von Silvia Bürkmann 21.05.2017, 12:00

Es ist ein klares Signal: „Wir meinen es ernst mit dem Mausoleum“, sagt der Beigeordnete für Wirtschaft und Kultur der Stadt , Robert Reck, kurz bevor er den Stift zur Unterschrift ansetzt. Und ihn sich gleich teilt mit dem Vereinsvorsitzenden Dino Höll.

Die Stadt Dessau-Roßlau und der Förderverein Mausoleum haben eine Kooperationsvereinbarung zum Projekt „Jugendbauhütte am Mausoleum“ unterzeichnet.

Junge Leute können zum Erhalt des Kulturdenkmals beitragen

Das Projekt am Museumsensemble im Dessauer Tierpark startet am 1. September 2017. Dabei können Jugendliche ab 16 Jahren innerhalb eines „Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur“ unter fachlicher Anleitung aktiv mithelfen beim Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals der Region. „Unsere Region hat viel zu bieten - wir wollen die Jugendlichen für das kulturelle Erbe unserer Stadt begeistern“, lobt Reck das besondere Modell der „Jugendbauhütte“.

Die Jugendbauhütten sind ein Jugendbildungsprojekt im Bereich Handwerk und Denkmalpflege unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In Sachsen-Anhalt nahm die Idee der Jugendbauhütte 1999 Gestalt an in Quedlinburg, der Stadt der 1.300 Fachwerkhäuser aus sieben Jahrhunderten. Landesweit hatte die Jugendbauhütte Quedlinburg bisher 14 Einsatzstellen.

Neben dem Hauptstützpunkt im Harzvorland waren das Objekte in Halle, Magdeburg und Halberstadt - die Region Anhalt und Dessau-Roßlau blieb ein weißer Fleck. Bisher, berichtet Andrea Friedrich aus der Jugendbauhütte. Sie ist als Koordinatorin angestellt vom Landesverband Sachsen-Anhalt des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (IJGD) als Träger der Projekte. Und zu denen gesellt sich ab September das Mausoleum Dessau.

Stadt Dessau-Roßlau sichert die Finanzierung des Projekts

Die Stadt Dessau-Roßlau sichert die Finanzierung und unterstützt das Projekt unter Einbindung aller Ämter organisatorisch, sagte Kulturamtsleiter Steffen Kuras. Der Kontakt zwischen Stadt und Verein, der ein Expertengremium zur Projektbegleitung gebildet hat, läuft in direkter Abstimmung.

Der Förderverein wiederum betreibt die Einsatzstelle, berichtet Vorstandssprecher Dino Höll und freut sich über einen ersten konkreten Beitrag zur Pflege des Denkmalensembles auf dem Gelände des Dessauer Tierparkes.

Erste Ideen zur Arbeit der Jugendbauhütte hat der Förderverein bereits unterbreitet. Dabei könnten die Arbeiten zur Sicherung der so genannten Wache mit ihrem historischen Eingangsportal fortgesetzt werden und ein neuzeitlicher Anbau abgerissen werden. Einen zweiten Wunsch hätte der Förderverein mit der Instandsetzung des Springbrunnens in der weiten Sichtachse vom Museum zur Sphingenallee im Georgengarten.

Junge Interessenten bekommen nächste Woche Infos direkt vor Ort

Interessierte junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren können sich ab sofort für eine Teilnahme am Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur direkt bewerben. Ein ganzes Jahr bis August 2018 können die Jugendlichen dann traditionelle Handwerkstechniken erlernen. „Manch einer hat hier sogar seine Berufung gefunden“, hat Andrea Friedrich bei vorherigen Jugendbauhütten erfahren.

Direkt vor Ort können sich Mädchen und Jungen am kommenden Dienstag, 23. Mai, von 15 bis 17 Uhr am Mausoleum Dessau informieren. Dann stehen die Macher der Jugendbauhütte Rede und Antwort. (mz)