Soziales Projekt

Nach verkündetem Aus: Weihnachtsbasar der Dessauer Bahnhofsmission geht dank Patin weiter

Nach dem von der Bahnhofsmission verkündeten Aus für die jährliche Verkaufsaktion in der Bahnhofshalle, übernimmt Ira Barkusky die Organisation.

Von Sylke Kaufhold 09.01.2022, 09:00
Ira Barkusky (li.) hält künftig die Fäden für den Weihnachtsbasar der Bahnofmission in den Händen.  Benita Lanfermann  freut das sehr.
Ira Barkusky (li.) hält künftig die Fäden für den Weihnachtsbasar der Bahnofmission in den Händen. Benita Lanfermann freut das sehr. (Foto: Kaufhold)

Dessau/MZ - Für die Bahnhofsmission Dessau begann das neue Jahr mit einer guten Nachricht: Auch 2022 kann es wieder einen Weihnachtsbasar in der Halle des Hauptbahnhofes geben.

Ira Barkusky ist die Retterin in der Not. Sie hatte vom angekündigten Aus des traditionellen Basars in der Zeitung gelesen. „Das hat mich nicht losgelassen, es tat mir sehr leid, dass er wegfallen sollte“, erzählt sie. Schnell stand für die engagierte Dessauerin deshalb fest, dass sie hier helfen wird.

Immerhin hat der Basar der Bahnhofsmission eine 30-jährige Tradition

Benita Lanfermann und ihr Team hatten für die Weihnachtsbasare aus organisatorischen Gründen nach Abschluss der 2021er Auflage das Aus verkündet. „Das hätten wir zu zweit nicht mehr geschafft“, begründet die Leiterin der Bahnhofsmission diese Entscheidung. Die sei sehr schwer gefallen, denn immerhin hat der Basar eine 30-jährige Tradition. „Wir haben ihn jedes Jahr vor Nikolaus durchgeführt, ohne Unterbrechung“, so Lanfermann.

Mit der Organisation und Durchführung von Basaren kennt sich Ira Barkusky gut aus. Seit nunmehr 15 Jahren führt sie im Umweltbundesamt jeweils zu Ostern und zu Weihnachten einen solchen durch. Der Erlös kommt der Dessauer Tafel zugute. Barkusky organisiert diese Basare nicht nur, sondern bestückt sie auch. Karten, Collagen, Kerzen, Geschenke-Schachteln, Fensterdeko fertigt sie übers Jahr, um sie dann für den sozialen Zweck zu verkaufen. „Nun mache ich nicht zwei, sondern drei Basare im Jahr“, ist sie entschlossen und in Gedanken schon mit der Vorbereitung beschäftigt. „Ich brauche ja mehr Material als bisher.“

Ihre Hilfe bot Barkusky bei der Bahnhofsmission telefonisch an. „Ich mache den Basar, das geht doch nicht, dass der wegfällt“, erinnert sich Benita Lanfermann noch gut an das Gespräch. „Wir haben uns sehr gefreut, dass uns jemand helfen will“. Denn der Basar ist eine wichtige Einnahmequelle für die Bahnhofsmission. Etwa 1.000 Euro brachte der Verkauf immer ein. Von diesem Erlös sei die Weihnachtsfeier für etwa 50 Gäste der Bahnhofsmission mit einem Festessen und kleinen Geschenken finanziert worden, berichtet Lanfermann. „Das hätten wir irgendwie kompensieren müssen.“ Umso besser sei es, dass dies nun wieder gesichert ist.

Die Gästezahlen der Bahnhofsmission sind seit Jahren steigend

Kaum haben Barkusky und Lanfermann ihre neue Kooperation besiegelt, nimmt der Weihnachtsbasar 2022 schon Gestalt an. Der Termin ist festgezurrt. Traditionell in der Woche vor Nikolaus, am 30. November und 1. Dezember, wird der Basar stattfinden. Inhaltlich soll es wieder „zurück zu den Wurzeln“ gehen, wünscht sich Benita Lanfermann. „Wir möchten wieder mehr Handarbeiten, Gestricktes und Gehäkeltes anbieten, so wie wir damals angefangen haben.“ Das kommt den Intentionen Ira Barkuskys nah. Denn auch sie plant, den Basar mit ihren eigenen Kreationen zu bestücken. „Und wenn andere Handarbeiten beisteuern, haben wir eine sehr schöne Auswahl und können etwas Besonderes anbieten“, freut sie sich. Gebrauchsgegenstände und Kleidung soll es nicht mehr geben.

Die Gästezahlen der Bahnhofsmission sind seit Jahren steigend. 40 Männer und Frauen kommen inzwischen täglich. Sie werden versorgt und finden ein offenes Ohr. Die beiden fest angestellten Mitarbeiterinnen haben also alle Hände voll zu tun. Eine dritte im Bunde gibt es derzeit nicht. Sie war über eine Maßnahme der Arbeitsagentur beschäftigt gewesen. Die ist ausgelaufen. Ob es 2022 wieder Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes geben wird, ist unbekannt. „Schön wäre es“, hofft Lanfermann auf Verstärkung des Teams.

Zur Seite stehen ihnen auch einige ehrenamtliche Mitarbeiter, die in den unterschiedlichsten Bereichen unterstützen. Ob Frühstücksdienst, Reinigung, Gästebetreuung - Betätigungsfelder gibt es viele. „Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützen möchte und finden die passende Aufgabe“, möchte Benita Lanfermann Interessierte ansprechen.