Hilfe für „Tanjas Tieroase“

Hilfe für „Tanjas Tieroase“: Zwei Frauen aus Dessau und Aken sammeln Spenden für Hunde

Dessau - Pauline Ziemer aus Aken und Nadine Paetsch aus Dessau sammeln Futter und andere Spenden für Hunde. Warum sie eine Auffangstation in Ungarn unterstützen.

Von Heidi Thiemann 05.08.2020, 11:15

Anfang September wollen sich Pauline Ziemer (20) und Nadine Paetsch (27) auf den Weg ins ungarische Tabdi machen. Zwar brauchen die beiden Frauen je nur einen Rucksack für ihr Reisegepäck, dennoch wollen sie mit einem Transporter starten: vollgepackt mit Spenden für Hunde. Denn „Tanjas Tieroase“ ist das Ziel der jungen Frauen aus Aken und Dessau.

In Ungarn waren die Beiden bereits im vergangenen Jahr. Pauline Ziemer, die 2019 ihr Abitur am Berufsschulzentrum „Hugo Junkers“ gemacht hat und im Gesundheitsclub „Aktivital“ als Aushilfe tätig ist, kam hier mit Mitarbeiterin Nadine Paetsch ins Gespräch, „weil ich gerne etwas Sinnvolles bewegen wollte nach dem Abi.

Von Nadine wusste ich, dass sie sich für Hunde engagiert.“ Also wollten sie zusammen etwas bewegen, machten das in sozialen Netzwerken publik und fragten, wer Hilfe benötigt. Unter zahlreichen Vorschlägen stießen sie auf „Tanjas Tieroase“ in Ungarn.

„Die Tiere werden artgerecht gehalten, leben im Rudel“

Dort leben Tanja und Marco Lange, ein Ehepaar aus Deutschland, mit ihrem kleinen Sohn Benjamin und kümmern sich um die Fellnasen in der Tierauffangstation. Sie umsorgen Straßenhunde, Fund- und Notfalltiere - vor allem Hunde, aber auch Katzen, Esel, Ziegen und Schafe. Die Tiere, für die ein neues Zuhause gesucht wird, kommen längst nicht nur aus Ungarn, auch aus Deutschland, Österreich oder Rumänien.

„Die Tiere werden artgerecht gehalten, leben im Rudel“, erzählt Nadine Paetsch, die selbst einen Hund hat. Im Sommer vorigen Jahres hatte sie sich nicht nur mit ihrer Freundin Pauline zum ersten Mal auf den Weg nach Ungarn gemacht, sondern hatte auch Weihnachten in Tanjas Tieroase verbracht, um Spenden zu bringen und zu helfen.

Fell auskämmen, Krallen stutzen, helfen, wenn die Hunde entwurmt und geimpft werden oder sie fotografieren, um sie im Internet auf der Seite von Tanjas Tieroase vorzustellen, das, denken die Frauen, wird auch diesmal mit zu ihren Aufgaben gehören, wenn sie im September in der Tierauffangstation sind, hinter der ein Verein aus Stuttgart steht.

Geldspenden, Transportboxen, Decken, Körbchen, Futternäpfe, Leinen oder Spielzeug sind gefragt

„Diesmal wollen wir aber alles professioneller angehen“, sagt Nadine Paetsch und freut sich, dass beispielsweise das Autohaus Heise einen Transporter für die Fahrt zur Verfügung stellt. Und gefüllt werden soll das Auto mit vielen Spenden. „Vor allem wird Futter gebraucht“, weiß Pauline Ziemer, die mittlerweile Wirtschaftswissenschaften und Soziologie in Halle studiert.

Auch Geldspenden, Transportboxen, Decken, Körbchen, Futternäpfe, Leinen oder Spielzeug sind gefragt. Ebenso Hygieneartikel wie Lappen, Desinfektion und Shampoo. Nicht nur für Hunde, auch für Katzen oder Pferde wollen die beiden Tierschützerinnen Spenden mitnehmen. „Manch einer hat noch Restbestände oder alte Dinge zu Hause, die er nicht mehr gebrauchen kann. Wir nehmen sie gerne“, erzählt Nadine Paetsch, weil sie weiß, die Dinge werden gebraucht.

Die 27-Jährige holt auch Spenden ab, war dazu unter anderem im Raum Wittenberg, aber auch in Salzfurtkapelle oder Wolfen, unterwegs. Über Ebay-Kleinanzeigen hatte sie ihren Spendenwunsch publik gemacht. Auch aus Berlin holt sie Spenden ab, wird dort von einem Hundeshop unterstützt.

Auch im Aktivital-Fitnessstudio weisen die Frauen auf die Aktion hin

„Urlaub machen und dabei helfen“ sei das, was die beiden Frauen antreibt. Mit dem Vorwurf, dass sie das doch auch in Deutschland machen könnten, wurden sie schon öfter konfrontiert. „Hund ist Hund. Notfall ist Notfall“, reagieren sie auf solcherart Kritik. Jedem Tier müsse geholfen werden. „Tanja und Marco brauchen Unterstützung.“

Auch im Aktivital-Fitnessstudio weisen die Frauen auf die Aktion hin. Hier könnten übrigens auch Spenden abgegeben werden. „Die Kollegen wissen Bescheid und unterstützen das“, freut sich Nadine Paetsch darüber. (mz)

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich auch direkt an Nadine Paetsch wenden unter Telefon 0177/8872749.