Große Ehre für Karl-Heinz Heise

Große Ehre für Karl-Heinz Heise: Jubilar erhält die höchste Auszeichnung der Stadt Dessau-Roßlau

Dessau-Roßlau - Der Unternehmer Karl-Heinz Heise ist 90. Zur Geburtstagsgala im Technikmuseum wird er mit der Auszeichnung der Ehrenbürgerwürde überrascht.

Von Oliver Schröter und Heidi Thiemann 03.04.2018, 07:47

Dessau-Roßlau hat einen neuen Ehrenbürger. Diese Würde wurde dem Dessauer Unternehmer Karl-Heinz Heise am Karfreitag im Technikmuseum „Hugo Junkers“ verliehen, wo er seinen 90. Geburtstag mit 150 Gästen feierte.

Freunde, Wegbegleiter, ehemalige und aktuelle Mitarbeiter aus seiner langjährigen Wahlheimat Köln, aus Dessau und der ganzen Region folgten einer Geburtstagsgala mit Musik - Big Ben Dix Band aus Halle und Heike Huth als Hilde Knef - gutem Essen und vielen Erinnerungen, etwa vorgetragen durch den ehemalige Sparkassenvorstand Hubert Ernst oder Tilo Teichmann, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der gemeinnützigen Karl-Heinz-Heise- Stiftung und Steuerberater der Unternehmensgruppe.

Ein ehemaliger Schulfreund erinnerte an die gemeinsamen Jahre; Fotos wurden gezeigt, Geschenke präsentiert. Viele weitere Mitarbeiter und Freunde kamen in einem eigens produzierten Film zu Wort und zeichneten das Bild eines zielstrebigen, strengen, aber gerechten Unternehmers, der immer ein offenes Ohr für die Probleme und Ideen seiner Mitarbeiter habe.

Einstimmiger Beschluss im Stadtrat Karl-Heinz Heise auszuzeichnen

Als der Stadtratsvorsitzende Lothar Ehm und Sozialdezernent Jens Krause die Bühne betraten und dem Jubilar die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dessau-Roßlau für sein langjähriges unternehmerisches und soziales Engagement verliehen, war die Überraschung für den Jubilar perfekt.

Krause würdigte den 90-Jährigen in seiner Laudatio als „eine besondere Persönlichkeit, einen erfolgreichen Unternehmer und Visionär, einen Brückenbauer und unermüdlichen Förderer, der mit seinem Schaffen und seinem herausragenden Engagement die Stadt in besonderer Weise geprägt hat“. Bereits im Februar hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, Heise die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat, auszusprechen.

Heise wurde 1928 in Mosigkau geboren. Sein Großvater war Direktor und Teilhaber der Dessauer Spar- und Leihbank, auch sein Onkel arbeitete dort. Heise wuchs behütet und durchaus privilegiert auf. Spätestens die Einberufung des Vaters zum Kriegsdienst änderte das. Auch Heise wurde, noch keine 16 Jahre alt, Luftwaffenhelfer, ein Jahr später Panzerjäger.

Mit 61 Jahren kehrte Karl-Heinz Heise in seine Heimatstadt zurück

Der Vater geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft und blieb nach Kriegsende im Westteil des Landes. 1947 verließ auch Karl-Heinz Heise Dessau und ging nach Köln. Hier wurde der junge Kaufmann nach und nach heimisch, stieg in den Fahrzeughandel der Schwiegereltern ein und übernahm schließlich als Volkswagen- und Audi-Händler ein eigenes Autohaus.

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, war Heise mit 61 Jahren auf dem bestem Weg ins Rentenalter - doch sein Leben wurde noch einmal komplett verändert. Er kehrte zurück nach Dessau, übernahm das Autohaus am Leipziger Tor und überführte es 1993 in die Autohaus Heise GmbH. Heute zählt die Heise-Gruppe über 200 Mitarbeiter in Dessau. Köthen und Aken und noch einmal 120 in Köln.

Heise, so würdigte Krause in seiner Laudatio, entwickelte auch den Sport- und Freizeitpark Dessau und gründete 2010 mit der Karl-Heinz-Heise-Stiftung, eine gemeinnützige Bürgerstiftung, die sich die Förderung der Kultur, des Sports, paritätischer und kirchlicher Projekte sowie desDenkmal- und Umweltschutzes zum Ziel gemacht hat. Zur (Nachwuchs)Förderung bildender Künstler wurde 2018 zum 11. Mal der Heise-Kunstpreis ausgelobt.

Karl-Heinz Heise verweist auf seine Mitarbeiter, die den Erfolg erst ermöglicht hätten

Doch auch unabhängig von der Arbeit der Stiftung sei das gesellschaftliche, soziale und kulturelle Engagement seit jeher elementarer Bestandteil des unternehmerischen Selbstverständnisses der gesamten Heise-Gruppe, so Krause. Mit finanziellen oder ganz praktischen Hilfen unterstützen die verschiedenen Unternehmen kleine und große Projekte, Sportvereine und kulturelle Veranstaltungen.

Ob Kurt-Weill-Fest, Leopoldsfest, Bauhausfest oder Stadtpark in Bewegung, das Mountainbike-Rennen, den Dessauer Ringerclub oder die Basketballer des BC Anhalt sowie den Dessau-Roßlauer Handball-Verein. Diesen wolle die Heise-Gruppe als Premium-Sponsor als sportlichen Leuchtturm in der Region erhalten.

Den von der Auszeichnung durch die Stadt überraschten Karl-Heinz Heise ehrte das sehr. Allerdings verwies er wie schon in seinen Begrüßungsworten auf all die Mitarbeiter, die seinen unternehmerischen Erfolg erst möglich gemacht haben: „Ohne Euch wären wir heute nicht da, wo wir sind.“ (mz)

Das Ehrenbürgerrecht verleiht die Stadt an Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben.

Nach der Wende zu Ehrenbürgern der Stadt Dessau-Roßlau ernannt worden sind: Hans-Dieter Göring, Arzt, Wissenschaftler und Gründer des Tumorzentrums Anhalt (2017), Jürgen Neubert, Oberbürgermeister a. D. und Stadtrat a. D. (2015), Dieter Hallervorden, Kabarettist und Schauspieler (2007), Barbara Elze, Pfarrerin, Aktivistin in der Wendezeit 1989/90 (1993), Heinrich Unland, Bürgermeister a. D. der Stadt Ibbenbüren und Vater der Städtepartnerschaft (1993, Roßlau) sowie Alfred Radeloff, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, der eine wichtige Rolle während der Wende 1989/90 spielte (1993, Dessau).

Ehrenbürger haben in Dessau-Roßlau das Recht kostenlos städtische Einrichtungen zu nutzen, wie Verkehrsmittel, Anhaltisches Theater, Museen, Anhaltische Landesbücherei, Tierpark, Volkshochschule und Schwimmbad.