Schon ab 2023

Entsorgung neu ausgeschrieben: Weitere Stadtteile in Dessau-Roßlau bekommen Gelbe Tonne

Warum bis 2026 die Gelben Säcke dennoch nicht ausgedient haben.

Von Sylke Kaufhold 09.02.2022, 10:00
Gelbe Tonnen
Gelbe Tonnen (Foto: Dpa)

Dessau/MZ - Ab 2023 soll der Verpackungsmüll privater Haushalte in Waldersee, Siedlung, Ziebigk, Süd, West, Alten und Zoberberg über Gelbe Tonnen entsorgt werden. Damit würden auch dort die Gelben Säcke abgeschafft. Diese Umstellung sieht eine Beschlussvorlage des Eigenbetriebes Stadtpflege vor, in der die Eckpunkte für die Leichtverpackung (LVP)-Entsorgung für 2023 bis 2025 festgelegt werden. Derzeit ist die Firma Remondis Klieken mit der Einsammlung und Entsorgung der Leichtverpackungen beauftragt.

Deren Vertrag endet fristgemäß nach drei Jahren am 31. Dezember dieses Jahres. Die Stadt muss dann mit dem Ausschreibungsführer der dualen Systeme, in diesem Fall die Zentek GmbH & Co KG Köln, die Eckpunkte für die kommenden drei Jahre verhandeln. Die Menge des Verpackungsmülls steigt seit Jahren, da nahezu jedes Produkt in Plastik eingepackt ist, und das mitunter mehrfach. Für Dessau-Roßlau wird bis zum Jahr 2025 mit einem Aufkommen von 47 Kilogramm pro Einwohner und Jahr gerechnet.

Große Vermieter haben bis 2026 Zeit, ihre Müllplätze herzurichten

Viele Jahre wurden die Leichtverpackungen in Gelben Säcken eingesammelt. Die Stadt möchte das ändern und strebt bereits seit 2020 die Einführung Gelber Tonnen im gesamten Stadtgebiet an. Das scheiterte an den großen Wohnungsvermietern, die sich nicht in der Lage sahen, kurzfristig ihre Müllplätze für die Gelben Tonnen herzurichten bzw. zu erweitern. Stadt und Vermieter einigten sich auf eine Kompromisslösung für den Zeitraum bis Ende 2022, wonach 60 Prozent der Einwohner weiterhin Gelbe Säcke befüllen und 40 Prozent auf das System „Gelbe Tonne“ umgestellt wurden. Mit dem vorliegenden Beschluss erhöht sich letztere auf 68 Prozent.

Ausnahme bleiben dann die einwohnerstarken Stadtbezirke innerstädtisch Nord, Süd und Mitte. Sie sollen für die nächsten drei Jahre weiterhin komplett über Gelbe Säcke entsorgt werden, da hier seitens der Vermieter immer noch Probleme bei den Müllstellplatzkapazitäten gesehen werden. Die Umstellung auf Gelbe Tonnen soll hier ab dem 1. Januar 2026 erfolgen. Wie Sabine Moritz, Leiterin des Eigenbetriebes Stadtpflege, erklärte, soll es bis dahin einmal im Jahr eine Beratung mit den Wohnungsunternehmen zur Abstimmung der Ausstattung geben. Prinzipiell hätten diese ihr Zustimmung zum Zeitplan der Umstellung gegeben.

Beratung in den politischen Gremien läuft aktuell

Der Ausschuss für Bauwesen, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt hat dem Eckpunktepapier für die Neuausschreibung der LVP-Entsorgung zugestimmt. Der Betriebsausschuss Stadtpflege berät am Mittwoch darüber.