Vom Studenten zum Staatsbürger Einbürgerung gefeiert, angefeindet im Netz - Wie Adetayo Manuwa aus Dessau mit Hass umgeht
„Du wirst nie ein Deutscher sein“ – nach seiner Einbürgerung bekommt Adetayo Manuwa aus Dessau-Roßlau viel Hass zu spüren. Für den gebürtigen Nigerianer ist die Ablehnung jedoch vor allem Ansporn, sich noch mehr zu engagieren.

Nachdem er das Amt verlassen hatte, erzählt Adetayo Manuwa, sei er erst einmal durch Dessau-Roßlau gelaufen: „Ich war voller Glücksgefühle, die Tränen liefen mir über das Gesicht.“ Kurz zuvor hatte er in einem Büro der Stadtverwaltung seine Einbürgerungsurkunde überreicht bekommen. „Nun dachte ich über meine bisherige Zeit in Deutschland nach“, erinnert sich der gebürtige Nigerianer. Ihm seien die vielen ungewissen Stunden durch den Kopf gegangen, die bürokratischen Hürden, das bange Warten und Hoffen. Er habe aber auch an das gedacht, was er in den Jahren alles geschafft habe und was für ihn nun möglich sei: reisen, mitreden, wählen. „Ich war nun wirklich angekommen“, sagt Manuwa. „Und das wollte ich der Welt auch mitteilen – und damit auch ein Vorbild für andere sein.“
