Ehrenamt

Ehrenamt: Dessauer Tafel richtet Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder aus

dessau/MZ - Ist es ein freudiger Anlass, den 10. Geburtstag der Tafel zu feiern? Andreas Lohpens ist hin- und hergerissen, als er sagt: „Auf der einen Seite ja, denn es steckt sehr viel ehrenamtliches Engagement in diesen zehn Jahren, auf der anderen Seite aber ist es schlimm, dass eine Stadt überhaupt eine Tafel braucht.“ So blickt der Vereinsvorsitzende auf dieses Jubiläum, das mangels Zeit und Mittel vorerst auch nicht gefeiert werden wird. „Wir hoffen, dass es im Sommer besser aussieht und wir ein kleines Hoffest machen können“, wagt Lohpens einen Ausblick und hofft wiederum, bei dem Fest ein paar Einnahmen rekrutieren zu ...

Von sylke kaufhold 11.12.2013, 09:53

Ist es ein freudiger Anlass, den 10. Geburtstag der Tafel zu feiern? Andreas Lohpens ist hin- und hergerissen, als er sagt: „Auf der einen Seite ja, denn es steckt sehr viel ehrenamtliches Engagement in diesen zehn Jahren, auf der anderen Seite aber ist es schlimm, dass eine Stadt überhaupt eine Tafel braucht.“ So blickt der Vereinsvorsitzende auf dieses Jubiläum, das mangels Zeit und Mittel vorerst auch nicht gefeiert werden wird. „Wir hoffen, dass es im Sommer besser aussieht und wir ein kleines Hoffest machen können“, wagt Lohpens einen Ausblick und hofft wiederum, bei dem Fest ein paar Einnahmen rekrutieren zu können.

Spenden bleiben aus

„Uns fehlen in diesem Jahr Spendengelder“, stellt er fest. Das Hochwasser im Juni könnte ein Grund dafür sein, etliche Firmen waren selbst betroffen, andere hätten für Hochwasseropfer gespendet. „Das war eine wichtige Hilfe für die Betroffenen“, will Lohpens daran keinen Zweifel aufkommen lassen. Aber es bleibt der Fakt, dass die Dessauer Tafel finanziell derzeit große Sorgen hat. „Die Betriebskosten von über 2.000 Euro für 2012 müssen wir abstottern, ebenso das neue Kühlfahrzeug, das wir dringend brauchten, da das andere hinüber war.“

Dank an freiwillige Helfer

Doch Andreas Lohpens will nicht jammern. „Wir sind zehn Jahre lang von Dessauer Firmen und Unternehmen unterstützt worden, dafür möchte ich anlässlich unseres Jubiläums öffentlich danke sagen.“ Der Dank gilt auch den vielen ehrenamtlichen Mitstreitern, ohne die das „Unternehmen Tafel“ überhaupt nicht funktionieren würde. Beispielsweise auch dank der fleißigen Hilfe von Conny Breitmann, die zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Dessauer Tafel“ gehört und noch heute täglich zur Stelle ist. „Hier habe ich eine Auf -gabe und die macht mir Spaß, was soll ich also zu Hause“, erklärt sie ihre Motivation. An die Anfänge erinnert sie sich noch gut. „Mit sechs Kisten in der Woche haben wir damals in der Daheimstraße angefangen“, erzählt sie. Über die Stationen Raguhner und Törtener Straße bezog die Tafel im Mai 2008 in der Wasserstadt ihr jetziges Domizil. Seit zwei Jahren gibt es auch in Roßlau eine Ausgabestelle, die täglich geöffnet ist. Außerdem eine am Zoberberg und eine in Coswig (jeweils einmal wöchentlich).

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, von denen Miete, Strom und Heizung sowie die Kosten für die Fahrzeuge beglichen werden müssen. Wer die Tafel unterstützen möchte, kann dies deshalb gern tun.

Kontakt : 0340/ 210 66 49. Kontodaten: Stadtsparkasse Dessau, Konto: 30 151 679, BLZ: 80053572.

Dienstag war "Großkampftag"

Gepackt werden 1.200 Kisten in der Woche, dazu kommen die Frühstücksversorgung an fünf Schulen und die Versorgung von Jugendklubs und der „Kleinen Arche“ mit Obst und Gemüse. Reichlich Arbeit also für die etwa 45 Helfer, darunter zehn Bürgerarbeiter. „Der Rest kommt einfach und packt an“, betont Andreas Lohpens. Einige sind täglich da, andere einmal in der Woche. „Viele sind uns schon seit Jahren treu, wie Inge und Irmchen, die beide schon 76 sind.“

Die Bürgerarbeiter sind nur noch bis Januar da. „Wir hoffen, dann noch drei vier ehrenamtliche Helfer zu finden, sonst wird es eng“, blickt Lohpens ins nächste Jahr.

Der Dienstag war für die Tafel-Mitarbeiter ein „Großkampftag“. Mit Unterstützung der Bluesbrüder hatten sie bedürftige Kinder zur Weihnachtsfeier in die Aula des Liboriusgymnasiums eingeladen. Mit viel Liebe hatten sie zuvor Spielzeug gesammelt und aufbereitet, damit es gestern auch eine Bescherung geben konnte. Und so war der Gabentisch reich gedeckt. Bevor die Geschenke verteilt wurden, wurde gemütlich Kaffee getrunken, spielte die Posaunengruppe der Musikschule Weihnachtslieder und feierte die Leipziger Puppenspielerin Steffi Lampe mit den Kindern den Geburtstag der kleinen Schildkröte. Bei dieser Geschichte verging die Zeit wie im Fluge - und am Ende hatte die Schildkröte ihren heiß ersehnten Salat und die Kinder ihre Geschenke.