Drogen und Gewalt?

Drogen und Gewalt?: Polizei kontrolliert stärker im Dessauer Stadtpark

Dessau-Roßlau - Dessaus Polizei und der Stadtordnungsdienst haben in den vergangenen Tagen verstärkt den Stadtpark bestreift. Vor allem in den Abendstunden waren Einsatzkräfte gemeinsam unterwegs. „Ziel war es, jeden Rechtsverstoß zur Gefahrenabwehr und zum Jugendschutz anzusprechen und gegebenenfalls auch zu ahnden“, sagte Guido Steinert, der Leiter des Reviereinsatzdienstes im Polizeirevier ...

Dessaus Polizei und der Stadtordnungsdienst haben in den vergangenen Tagen verstärkt den Stadtpark bestreift. Vor allem in den Abendstunden waren Einsatzkräfte gemeinsam unterwegs. „Ziel war es, jeden Rechtsverstoß zur Gefahrenabwehr und zum Jugendschutz anzusprechen und gegebenenfalls auch zu ahnden“, sagte Guido Steinert, der Leiter des Reviereinsatzdienstes im Polizeirevier Dessau.

Mit dem Vorgehen und der Präsenz soll wieder Ruhe in den Stadtpark gebracht werden. „Zur Lebensqualität gehört Sicherheit. Wir wollen nicht, dass eine Frau mit Kind einen Bogen um den Stadtpark macht, weil sie sich nicht traut durchzufahren.“

Stadtpark als Problemzone?

Dessaus Stadtpark war zuletzt verstärkt in die Schlagzeilen geraten: als Problemzone. Es gab tätliche Auseinandersetzungen. Es wurde von Drogenhandel berichtet und von Sex in den Büschen. Es hielten sich Minderjährige zu später Stunde im Stadtpark auf.

Vor 14 Tagen hat sich deshalb der Arbeitskreis „Sicherheit Stadtpark“ wieder zusammen gefunden, mit dem auch die Stadt in die Pflicht genommen wurde. Die Streifen sind ein erstes Ergebnis - sie waren schon beschlossen, bevor es vorige Woche die Messerstecherei zweier Männer aus Guinea im Stadtpark gab. Ein 20-Jähriger wurde dort schwerst verletzt.

Verschiedenste Nationalitäten

Die Situation im Stadtpark ist zuletzt nicht ganz einfach gewesen. „Es ist ganz klar, dass sich in der wärmeren Zeit dort mehr und länger Personen verschiedenster Nationalitäten aufhalten“, sagt Steinert. Deutsche, Iraker, Afghanen, Syrer, Afrikaner. Oft geht das gut. Gerade rund um den Spielplatz ist es fast immer ruhig. Manchmal aber gibt es aber auch Streit der Gruppen, meist untereinander und ohne dass der Anlass später erkennbar war.

„Wir wollen Präsenz zeigen - und das Sicherheitsgefühl der Dessauer erhöhen“, sagt Steinert. Wobei der Stadtpark nicht unsicher ist. Am Sonnabend hatte das Open-Air-Kino seine Premiere, am Sonnabend fand ein Puppentheater für Kinder statt. Beides mit vielen Besuchern. Der Stadtpark wird angenommen.

Viele Vorwürfe „nicht bestätigt“

„Viele Vorwürfe haben sich auch nicht bestätigt“, bilanziert Steinert die vergangenen Tage. Ob das eine Reaktion auf die Fußstreifen war, lasse sich schwer sagen.

Am Freitag und Sonnabend wurden jedenfalls nur Kleinigkeiten geahndet: Von Jugendlichen, die in der Öffentlichkeit geraucht und Alkohol getrunken haben, wurden die Identitäten festgestellt. Da dürfte sich demnächst das Jugendamt bei den Eltern melden. Auch die Leinenpflicht für Hunde wurde mehrfach angemahnt. War die Aktion ein Erfolg? „Es gab“, sagt Steinert, „keine Vorkommnisse in den vergangenen Tagen.“

Die Präsenz der Ordnungskräfte soll fortgeführt werden, um reagieren zu können. Wenn die Baustelle für das Dessauer Bauhaus-Museum eingerichtet wird, werden sich einige Gruppen im Stadtpark neu sortieren. Polizei und Stadtordnungsdienst sind vorbereitet. (mz/sb)