DDR-Museum in der Kornhausstraße

DDR-Museum in der Kornhausstraße: Rückblick in alte Zeiten

Dessau - Es ist eine Tradition, die schon nicht mehr wegzudenken ist. Thomas Kluge staunt selber: Schon ein Dutzend Jahre lädt er am 3. Oktober ins DDR-Museum ein, seit zehn Jahren als Chef des ...

Von Heidi Thiemann 30.09.2017, 14:00

Es ist eine Tradition, die schon nicht mehr wegzudenken ist. Thomas Kluge staunt selber: Schon ein Dutzend Jahre lädt er am 3. Oktober ins DDR-Museum ein, seit zehn Jahren als Chef des Nostalgievereins.

Doch ein Nostalgiker ist Kluge ganz und gar nicht. „Ich kann nur nichts wegwerfen“, gibt der Dessauer zu, dessen Sammelleidenschaft einst in einer Garage begann und heute alljährlich zum 1. Mai und 3. Oktober Hunderte Besucher in die Dessauer Kornhausstraße 62 zieht.

Trabi weist den Weg

Wo unübersehbar ein Stück Mauer wieder hochgezogen und ein blau-weißer 600er Trabi den Weg weisen wird. Wenn schon stilecht, dann richtig. Auch wenn’s im Fall der Mauer nur Pappmaché ist. Und keine Bange, ohne Ausweis geht es auch aufs Gelände - Grenzkontrollen, die gibt es nicht. Aber die Bitte nach einem Kulturbeitrag.

„Wir laden herzlich ein, in Erinnerungen zu schwelgen und eine entspannte Zeit zu verbringen“, sagt Kluge. Er weiß, die Leute mögen das. Sich zurückerinnern an eine Zeit, als sie selbst als Jung- oder Thälmannpioniere die Schulbank gedrückt haben, als ihre Eltern und Großeltern im Konsum oder der HO (Handelsorganisation) einkaufen gingen. Als manche Ware Bückware war und irgendwie alles auch ein Stück konform.

Ein Stück Geschichte

Die Eierbecher, die Brotdose, die gehäkelten Topflappen - das alles fand sich, obwohl es manchmal schlecht zu haben war - irgendwie in allen Haushalten wieder. Für die Jüngeren freilich ist das neu, weiß er, die staunen über ein Stück Geschichte, das doch noch gar nicht so lange her ist. Als die „Aktuelle Kamera“ die Nachrichten im Fernsehen verkündete und Karl-Eduard von Schnitzler aus dem „Schwarzen Kanal“ herausschaute.

Die alten Dinge, die machen auch andere neugierig, freut Kluge, dass letztens erst wieder ein Filmstudio angeklopft hat auf der Suche nach Requisiten. Was ihn bestätigt, an den alten Dingen festzuhalten. Was aber gar nicht so leicht ist, bei mit den Jahren weniger werdenden Mitstreitern und Sorgen mit dem Gebäude. „Wir haben es noch nicht geschafft, den zweiten Teil des Daches zu machen. Es regnet immer noch rein“, erzählt er von den Sorgen. „Vor dem Winter müssen wir da noch ran“, weiß er und hofft , Unterstützung dafür bei Besuchern und Firmen zu finden.

Feier am 3. Oktober

Doch am 3. Oktober, da soll gefeiert werden. Auch Leckeres vom Grill, selbst gebackener Kuchen, Kaffee und anderes mehr locken. Musik gibt es vom Band. Wenn sich noch jemand finde, der gerne live spielen möchte, könne sich melden.

Dass Oldtimerfreunde aus Dessau und Anhalt die Kornhausstraße ansteuern werden, das freut den Vereinschef auch. Am 1. Mai beginnen die alten Zwei- und Viertakter ihre Saison hier, am 3. Oktober beenden sie sie. Seit Jahren ist das schon so und gut so. „Die Gäste sollen sich rundherum fallen lassen können in alte Zeiten“, sagt Kluge und öffnet mit seinen Mitstreitern und Helfern von 10 bis 16 Uhr die Tür. (mz)