Burgtheatersommer

Burgtheatersommer in Roßlau: Dieses Jahr wird was ganz Großes

Roßlau - Mit zwei Komplett-Produktionen kommen Theaterleute 2016 nach Roßlau. Premiere hat „Tango“, wieder aufgenommen wird „Romeo und Julia“.

Von Silvia Bürkmann

Bei Nummer 19 sind die Theaterleute vom Theaterburg Roßlau e.V. inzwischen angelangt. So oft schon machte der in Berlin beheimatete Verein Sommertheater auf der Roßlauer Burg Station.

Die 19. Spielzeit nun wird nicht nur neu, sondern ganz anders. „Wir haben diesmal ganz viel vor“, zieht Burgtheater-Intendant Benjamin Kolass statt eines A4-Bogens ein langes Faltblatt auseinander.

Zwei große Produktionen und ein Konzertabend

Das Leporello beschreibt die Spielzeit 2016 mit zwei großen Produktionen, einem Konzertabend und üppigen Nebenprogrammen. Zur Bühne wird die alte Wasserburg in den drei Wochen vom 28. Juli bis zum 17. August.

Für die Neuinszenierung haben die Theaterleute das Schauspiel „Tango“ von Slavomir Mrozek erwählt und bringen damit pointierte Schärfe des absurdes Theater ins Sommertheater. Regie führt die in Mecklenburg beheimatete Theaterpädagogin und Schauspielerin Susanne Reichhard.

Ein Klassiker kommt zurück

Gleichermaßen als Kontrast und Ergänzung zum modernen Theaterstück - das mit Tanz nicht im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinn und mit Generationenkonflikten zu tun hat - tost wieder der unsterbliche Konflikt der Liebe unter verfeindeten Familien: Shakespeares Klassiker „Romeo und Julia“ ist wieder aufgenommen.

„Das Stück lief im vorigen Jahr sehr gut. War mehrfach mehrfach ausverkauft, so dass wir trotz zusätzlicher Bankreihen nicht alle Besucher unterbekamen“, staunt Kolass über den anhaltenden Sog des Klassikers. Hinzu kam der glückliche Umstand, dass die 2015er Schauspieler von Romeo und Julia auch in diesem Jahr zusammenzubringen waren und ungebrochene Lust auf das Stück in der Regie von Ismael Volk hatten.

„Resonanz und Spiellaune stimmen - also wagen wir es erneut. Damit die Zuschauer auch im entferntesten Stück vom Burghof noch gute Sicht haben, bauen wir bei Bedarf erhöhte Podeste auf“, kündigt Kolass an.

Das Drama der Liebenden von Verona begleiten erneut „The Playfords“ mit authentischer Musik aus der Renaissance auf alten Instrumenten.

Akteure sind doppelt gefordert

In den beiden Hauptproduktionen sind je sieben Schauspieler aktiv. Die Besonderheit beim Roßlauer Burgtheatersommer - in die zwei Hauptrollen schlüpfen die gleichen Akteure. Also sind Ute Loeck und Wolfgang Kaiser doppelt gefordert.

Die Vorbereitungen unter den Theaterleuten sind gestartet, Susanne Reichhard erarbeitet im Kulturhaus Mestlin mit den Tango-Akteuren bereits erste Textstellen.

Alle machen alles

In Roßlau tauchen die Schauspieler ab dem 18. Juli an der Burg auf. Erfahrungsgemäß wissen die Theaterleute, dass die Burg nach einem Jahr Pause erneut als Theaterort zu erobern und herzurichten ist.

Zuallererst ist leer- und wegzuräumen, zu putzen, eben anzukommen. Beim Aufbau gilt das Prinzip: Alle machen alles. Ob Szenenbild, Kulissen oder Garderobe, da hilft im kleinen Ensemble eines Sommertheaters jeder jedem. Als ausgewiesener Fuchs für die effektive Burg-Beleuchtung steigt erneut Gerhard Rolfes vom Anhaltischen Theater mit ins Boot.

Am 28. Juli geht es los

Ab 18. Juli wohnen die Theaterleute und Schauspieler dann wieder bei Roßlauer Privatleuten, in Ferienwohnungen oder von der DWG bereitgestellten Wohnungen. Der imaginäre Vorhang hebt sich erstmals am 28. Juli um 20 Uhr zur Premiere von „Tango“.

An den Wochenenden ergänzen Kindervorstellungen „Seeräuber ahoi“ und „Vom Fischer“ den Spielplan. In der zweiten Woche sind dann wieder „Romeo und Julia“ mit von der Partie, bevor noch einmal zum Tango gebeten wird.

Im Sommer 2014 war er der Star der Inszenierung „Kleine Scherze“. Mit Liedern wie „Die Schnecke tanzt“ oder „Alles ist möglich“ und der vielleicht tiefsten Stimme nördlich der Elbe brachte Karl Neukauf den Burgtheatersommer zum Tanzen. Neben Gitarre und Klavier spielt der Berliner Liedermacher Schlagzeug und Bass. Und kommentiert die Geschichte auf der Bühne mit scharfzüngigen Moritaten.

Zwei Sommer und ein Album später kehrt Karl Neukauf mit einem eigenen Abend auf die Roßlauer Burg zurück. Auf den Tasten und in der Kehle dabei hat der 1982 in Kassel geborene Sänger alte und neue Lieder und Hits von damals. Konzert ist am Sonnabend, 30. Juli, 20 Uhr. (mz/sib)

Burgtheatersommer 2016, Kartenvorverkauf: Stadtinformation Roßlau, Tel. 034901/824 67, und Besucherring Anhaltisches Theater Dessau, Tel. 0340/ 25 11 222, Reservierung über www.theaterburg-rosslau.de

Regenvariante geplant

Der Auf- und Umbau des Bühnenbildes im Wechsel stellt die Theaterleute 2016 ebenso vor eine neue Herausforderung. Für „Tango“ hat das kleine Ensemble sogar eine vollständige Regenvariante in der Scheune im Plan. In der Stadt kursieren seit dieser Woche die Info-Flyer im Leporello-Format. Der Kartenvorverkauf läuft an. (mz)