Biographie von Ex-Popstar

Biographie von Ex-Popstar: Dessau-Roßlauer hat Ross Antony unter Vertrag

Mosigkau - Das macht Karsten Lückemeyer stolz. Das ist eines der Aushängeschilder seines Verlagsprogramms. Ross Antony, der exzentrische Engländer, der in Musicals spielte, durch die Castingshow „Popstars“ mit der Band „Brosis“ über Nacht zum Popstar wurde, sich 2008 im Dschungelcamp die Krone holte und heute vor allem als Schlagersänger und Entertainer von sich Reden macht, hat seine Biografie bei ihm und seinem Mosigkauer Einmann-Unternehmen „Machtwortverlag“ platziert. „Für’s Renommee ist das gut. Nicht mehr und nicht weniger“, bremst Lückemeyer ein wenig die Erwartungen, die daran hängen, einen Prominenten unter Vertrag zu ...

Von Danny Gitter

Das macht Karsten Lückemeyer stolz. Das ist eines der Aushängeschilder seines Verlagsprogramms. Ross Antony, der exzentrische Engländer, der in Musicals spielte, durch die Castingshow „Popstars“ mit der Band „Brosis“ über Nacht zum Popstar wurde, sich 2008 im Dschungelcamp die Krone holte und heute vor allem als Schlagersänger und Entertainer von sich Reden macht, hat seine Biografie bei ihm und seinem Mosigkauer Einmann-Unternehmen „Machtwortverlag“ platziert. „Für’s Renommee ist das gut. Nicht mehr und nicht weniger“, bremst Lückemeyer ein wenig die Erwartungen, die daran hängen, einen Prominenten unter Vertrag zu haben.

Zufall führt zur Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen dem Mosigkauer und Ross Antony ist eher durch einen Zufall entstanden. Ein krebskrankes Kind spielt dabei eine wichtige Rolle. Als die elfjährige Miriam Nagel 2001 an Knochenmarkkrebs erkrankt, beginnt ihre Mutter den Kampf gegen die Krankheit in Tagebuchform zu dokumentieren. Die Medien und die Öffentlichkeit werden darauf aufmerksam. Die Casting-Band „Brosis“ übernimmt eine Patenschaft für das Kind. 2003 stirbt Miriam. Zwei Jahre später veröffentlicht Bettina Nagel die Erinnerungen an ihre Tochter in „Ein Lachen, das nie verging“ im Machtwortverlag. Ross Antony merkt sich die Mosigkauer Adresse, weil er diffuse Vorstellungen von einer eigenen Biografie hat und ihn das Schicksal des Mädchens nicht loslässt.

Erst einmal wird das Projekt für ein Jahr auf Eis gelegt. Danach beginnen ernsthafte Verhandlungen. Nadja Otterbach, eine Journalistin, hat zusammen mit Ross Antony ein Manuskript verfasst. Die Kindheit in einer Künstlerfamilie, erste eigene Schritte im Showbusiness, bis hin zu Höhen und Tiefen eines Lebens als Popstar sind auf 228 Seiten dokumentiert. Über den Titel „The Inside Me - Das Leben eines Popstars“ , die Gestaltung des Covers, die Gliederung der Kapitel und Auswahl der Fotos herrscht schnell Einigkeit.

„Die Verhandlungen über die finanziellen Konditionen waren zäh“, erinnert sich Lückemeyer. „Extrawürste, auch für Prominente, die gibt es bei mir nicht“, betont der Verleger. Schließlich willigte das Management von Ross Antony ein, sicher auch aufgrund der Tatsache, dass es zu dieser Zeit bei anderen Verlagen auch kaum bessere Konditionen gegeben hätte.

Ruhiger geworden

Der große Hype um „Brosis“ war erst einmal vorbei. Um Ross Antony ist es ruhig geworden. Das spürte Lückemeyer auch bei der Buchvorstellung auf der Leipziger Buchmesse 2007. Die große Menschentraube um seinen Stand und den Popstar blieb aus. Relativ wenige Fans interessierten sich für das, was da zwischen zwei Buchdeckeln über ihn geschrieben stand. „Bis heute sind die Verkaufszahlen noch nicht mal fünfstellig“, verrät Lückemeyer. Trotzdem ist es eines der Bücher aus seinem Programm, was sich relativ gut verkauft. Nach eigenen Schätzungen hat er seit seiner Verlagsgründung 2001 rund 500 Bücher veröffentlicht.

Zwar ist Ross Anthony ein Zugpferd für Verleger Karsten Lückemeyer, aber auf der Leipziger Buchmesse (17. bis 20. März) spielt dessen Biografie nicht die Hauptrolle. Den derzeitigen Bestseller aus seinem Programm „Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre „Tote Oma“ lieben..“ und die Autorin dieses satirischen Reiseführers, Edith Jürgens, präsentiert der Mosigkauer an seinem Stand C 103/105 in Halle 2. Druckfrisch wird er auf der Messe auch „Gagarin - Er könnte noch leben“ ausstellen.

Der Raumfahrtjournalist Gerhard Kowalski hat die Auswertung eines ehemaligen sowjetischen Luftwaffenoberst zum tödlichen Absturz des Kosmonauten 1968 in einem neuen Buch vorgestellt. Als Raumfahrtfan schlüpft Lückemeyer natürlich auch auf der Leipziger Buchmesse in die Rolle seiner Kunstfigur „Peter Ghost“ - dem ersten Menschen auf dem Mars. (dgi)

Vor vielen Jahren auf einen Kaffee im Sony-Center in Berlin hat der Mosigkauer dann Ross Antony noch einmal persönlich getroffen. Ansonsten verbindet sie nur eine Geschäftsbeziehung. „Nach großen TV-Auftritten von ihm oder sonstigen wichtigen Ereignissen gehen die Verkaufszahlen der Biografie immer etwas in die Höhe“, erzählt Lückemeyer. Dann ordern die Buchgroßhändler immer ein paar Exemplare mehr. Doch verfolgt der Verleger das nicht mehr so genau, wie und wo sich Ross Antony präsentiert. Auch dass der Entertainer vor kurzem eine Autogrammstunde im Dessau-Center gab, ist für Lückemeyer nur eine Randnotiz gewesen. (mz)