Bauhausfest

Bauhausfest in Dessau: Der Festumzug war legendär

Dessau - Hunderte Dessau-Roßlauer erleben kuriose Figuren und eine eindrucksvolle Feuershow.

Von Ute König

Selbst der Clown hat sich beim Bauhausfest an das Motto gehalten: „Zirkus, Zirkus - von Schwarz nach Weiß“ war am Freitag- und Samstagabend im und am Bauhaus die Devise. So gab es bei Matthias Romir statt einer roten Nase und bunten Riesen-Schuhen einen Clown mit weißem Gesicht und schwarzem Kostüm - und einem Schild: „Stimmung“.

Das fand bei den recht wenigen Besuchern am Freitagabend noch berechtigten Einsatz. Einen Tag später haben sich die Dessau-Roßlauer aber nicht mehr lumpen lassen.

Festumzug durch Dessau war legendär

„Das Bauhausfest war schon immer eine Einladung an die Dessauer“, sagte Claudia Perren, eigentlich Bauhausdirektorin und für zwei Tage mal Zirkusdirektorin, bei der offiziellen Eröffnung des diesjährigen Festes. Und die wurde am Samstagabend dann auch von Hunderten Dessauern angenommen.

Los ging das Hauptspektakel wie jedes Jahr mit dem legendären Festumzug vom Friedensplatz, durch den Bahnhof, zum Bauhaus. Ein Umzug, der auch in diesem Jahr wieder als legendär bezeichnet werden kann. Die Organisatorin Gitta-Susann Hartenstein von der Stadt Dessau-Roßlau hatte ein visuell akustisches Erlebnis versprochen. Das Versprechen wurde gehalten.

Kaum waren die letzten Töne des Eröffnungskonzertes des Anhaltischen Theaters verklungen übernahm das „Universal Druckluft-Orchester“: ein Mann auf einem kuriosen kleinen Wagen, mit lustigen Instrumenten, aber der eben Musik und Stimmung eines ganzen Orchesters verbreitete.

Nach einer kurzen Einlage des Kinderchores der Dessauer Oper vom Balkon des Hotels Radisson Blu führte eine etwas schräge Version von László Moholy-Nagy, dem Bauhausmeister, dem das Bauhausfest 2016 gewidmet war, Richtung Bahnhofsvorplatz zur großen Feuershow.

Auf einem Schaumteppich und begleitet von zwei großen „Schlemmerinos“ auf Stelzen, die den Figurinen aus Oskar Schlemmers Triadischem Ballett nachempfunden waren. Kurz vor dem Bauhaus spazierten die Besucher schließlich durch eine Tür, hinein in die Zirkus-Arena des eigentlichen Bauhausfestes.

Zirkuswelt mal ganz anders

„Der Zirkus war für die Bauhäusler das große Spiel, das sie gemocht haben“, sagte Burghard Duhm, Kurator des Bauhausfestes, das sich allerdings am sogenannten Neuen Zirkus orientierte.

Der grenzt sich von der traditionellen, traumhaften Zirkuswelt bewusst ab und möchte sich als eigene Kunstform verstanden wissen. Im Bauhaus ging es deshalb wenig spielerisch zu. Die Artisten der „Initiative Neuer Zirkus“ aus Berlin und die Künstler verbanden Artistik, Bewegung, Licht, Medien, Ton und vieles mehr zu den unterschiedlichsten Performances. Immer mit Bezug auf Schwarz-Weiß, die Utopien Moholy-Nagys oder dem Bauhaus-Jahresthema „Bewegung“. Mal mehr und auch mal weniger offensichtlich. Alles war schön anzuschauen. Vom Spektakel und Trubel von draußen kam im Bauhaus-Gebäude aber leider nur wenig an. (mz)