Hochwasserschutz -Projekt verschoben

Arbeiten am Scholitzer See starten nicht wie geplant

Land muss Prioritäten setzen wegen Preissteigerungen. Ob die Deiche in Mildensee im nächsten Jahr erhöht werden können, ist offen.

Von Annette Gens 15.10.2021, 12:20
Der Scholitzer See von Mildensee. Dort sollten im Herbst Deichbauarbeiten starten.
Der Scholitzer See von Mildensee. Dort sollten im Herbst Deichbauarbeiten starten. Foto: Sebastian

Dessau/MZ - In Mildensee wartet man diesen Herbst auf den Beginn der lange angekündigten Deichbauarbeiten am Scholitzer See. Wie sich im Feuerwehrausschuss am Mittwoch herausstellte, vergeblich. Die Bauarbeiten sind bis auf weiteres verschoben. Denn offenbar sind die vom Land für Deichbauvorhaben zur Verfügung gestellten 900 Millionen Euro ausgeschöpft. Grund sind Preissteigerungen im Bau.

Deich steht sicher.

„Die Realisierung dieses Deichbauvorhabens ist 2021 nicht möglich“, bestätigte Frank Unger, in der Stadtverwaltung Sachgebietsleiter Untere Wasserbehörde/Naturschutzbehörde. „Nach der Prioritätenliste des Landes müsse das Geld in andere Maßnahmen investiert werden. Aus Sicht des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft sei die Ertüchtigung der Deiche am Scholitzer See zwar notwendig, aber nicht erforderlich, was deren Standsicherheit angeht. Mit der Baumaßnahme sollte eine Verbesserung der Erreichbarkeit der Verteidigungslinie angestrebt werden.

Seit Jahren bemüht man sich in Mildensee um das Deichbauprojekt am Ost- und Westufer des Scholitzer Sees. Dort sollen die vorhandenen Deiche auf rund 400 Meter Länge erneuert und um bis zu 50 Zentimeter erhöht werden. Das soll bei einem erneuten extremen Hochwasser wie 2002 und 2013 den Ort vollumfänglich schützen.

Einige Jahre lang lagen nicht alle Einverständniserklärungen der Anwohner für das Bauvorhaben vor. Zwischenzeitlich war das geklärt. Doch gibt es inzwischen den Angaben der Stadtverwaltung zufolge noch einen zweiten Grund, weshalb sich die Bauarbeiten verzögern: Den Todesfall eines Anliegers. Mit den Erben des Grundstücks müsse nun erneut das Gespräch gesucht werden. Momentan fehle aber eine Rückäußerung von potenziellen Neueigentümern dieses Grundstücks, schilderte Unger.

Wird 2022 gebaut?

Im Hochwasserausschuss hatten die Mildenseerinnen Angelika Storz und Annette Moll auch nachgefragt, ob die Deichbauarbeiten dann 2022 starten könnten. Das sei laut Unger offen. Der Landesbetrieb habe dazu keine Angaben gemacht.