Verkaufsplattform für lokale Händler

Verkaufsplattform für lokale Händler: Online-Marktplatz für Bitterfeld-Wolfen gestartet

Bitterfeld-Wolfen - Bitterfeld-Wolfen bietet Verkaufsplattform für Händler, Dienstleister und Gastronomen. Entscheidend aber wird sein: Wer macht alles mit?

Von Frank Czerwonn 15.11.2018, 06:00

Heute bestellt - bis abends geliefert. Mit diesem Konzept will die Stadt Bitterfeld-Wolfen angesichts des Trends zum Internet-Einkauf einheimische Händler, Dienstleister und Gastronomen stärken. Lokale Anbieter und Kunden sollen über das Internet zusammengebracht werden.

„Online City Bitterfeld-Wolfen“ heißt das Vorhaben. Am Dienstagabend wurde es beim Gewerbe-Stammtisch im Wolfener Kulturhaus scharfgeschaltet - von Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) und Rene Baisch, Chef des Bereichs Geschäftsentwicklung bei der Atalanda GmbH, die das Konzept entwickelt hat.

Inspiriert ist das Vorhaben von Amazon, so Baisch. Doch während der Weltkonzern die schnelle Lieferung durch riesige Lager auf der grünen Wiese absichere, gehen Atalanda und die hiesige Wirtschaftsförderung einen anderen Weg: „Die Stadt mit ihren Händlern ist doch das Warenlager“, stellt Baisch klar. Gefehlt habe bislang nur die Plattform, die man als Kunde durchsuchen kann und die die hiesige Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen anzeigt. Genau das soll Online City bieten.

13 Händler und Dienstleistungsbetriebe sind zum Start dabei

Natürlich steht und fällt solch ein Info- und Shoppingportal mit den Anbietern. Da hat Bitterfeld-Wolfen noch viel Luft nach oben. Ganze 13 Händler und Dienstleistungsbetriebe sind zum Start dabei, nur einer - das Tierparadies - bietet schon Produkte an. Kein Wunder also, dass der Start der Seite beim OB-Stammtisch Handwerk und Gewerbe erfolgte.

„Weitere Geschäfte und Unternehmen zum Mitmachen zu bewegen und viele Produkte einzupflegen, ist die nächste Aufgabe“, sagte Baisch dort. Wobei gerade die Auflistung und Auspreisung ihrer Produkte für Händler, die zu keiner Kette gehören, mit Aufwand verbunden ist.

Für Birgit Tietz vom Stab Wirtschaftsförderung ist die geringe Anfangszahl der Mitstreiter kein Wunder. „Wir haben mit vielen Geschäftsinhabern gesprochen, auch der Innenstadtverein hat informiert.“ Doch fehlte vielen wohl die Fantasie. Sie wollen den digitalen Marktplatz sehen, bevor sie sich entscheiden. „Wir haben oft gehört: Stellt das erst mal fertig und fragt dann noch mal.“

Solche Online Citys betreibt der Anbieter Atalanda bereits mit fast 20 Städten

Das werde man nun tun. Laut Tietz wäre das Mitmachen für viele Händler ein großer Sprung. Denn etliche seien gar nicht im Netz, haben keine Homepage. „Deshalb kennen viele Leute im Umfeld ihr Angebot gar nicht.“ Baisch wies darauf hin, dass 80 Prozent der Kaufentscheidungen im Internet fallen. „Aber letztlich gekauft wird trotzdem überwiegend in den stationären Geschäften.“ Seine Schlussfolgerung: Händler müssen im Netz präsent sein. „Machen Sie sich sichtbar“, rief er den Stammtisch-Teilnehmern zu.

Solche Online Citys betreibt Atalanda bereits mit fast 20 Städten, darunter Hamburg, Bochum und Heilbronn, aber auch Eisleben. Die Kunden können natürlich aus ganz Deutschland und darüber hinaus kommen. Der Versand ist vorerst kostenlos. Und innerhalb des Stadtgebiets gilt das Motto: Heute bestellt - bis abends geliefert. Dafür hat man laut Tietz das Taxi-Unternehmen Dieling gewonnen. „So schnell ist nicht mal Amazon.“ (mz)

Erreichbar ist die Online City über einen Link auf der Stadt-Webseite www.bitterfeld-wolfen.de oder über atalanda.com/bitterfeld-wolfen. Anbieter können sich an Birgit Tietz unter Tel.: 03494/6 66 06 21 wenden.