Expansion geht weiter

Verbio weitet Aktivitäten aus - Bioraffinerie geht in Indien in Betrieb

Die Biogas-Anlage in Zörbig
Die Biogas-Anlage in Zörbig Foto: Kehrer

Zörbig/MZ - Bioenergiespezialist Verbio zieht es nach Indien. Dort will er die Expansion seiner Biomethanproduktion vorantreiben. Das teilt das Unternehmen, das auch in Zörbig produziert, mit.

Ziel ist es, die Gründung eines Joint Ventures zu prüfen, um die Technologie und die Erfahrung von Verbio bei der Errichtung und dem Betrieb von Bioraffinerien für die Herstellung von Biomethan aus Stroh sowie dessen Vermarktung über das IndianOil-Netzwerk effektiv zu kombinieren. Verbio hat eine entsprechende Absichtserklärung mit dem führenden indischen Energiekonzern Indian Oil Corporation unterzeichnet. Damit lege das deutsche Unternehmen die Basis für den Aufbau weiterer Stroh-Biomethan-Anlagen in Indien, heißt es.

„Wir bieten Indien mit unserer Technologie eine Lösung für mehr Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und eine größere Unabhängigkeit von teuren Energieimporten“, erklärt Oliver Lüdtke, Vorstand Bioethanol/Biomethan von Verbio. Im nächsten Schritt evaluieren beide Unternehmen mögliche neue Standorte und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit weiterer Bioraffinerien in Indien, so Lüdtke. Dabei solle der Grundstein für ein indisches Joint Venture der beiden Energieunternehmen gelegt werden.

„Indien und wir passen wie die Faust aufs Auge. Die Rahmenbedingungen für unsere Technologie könnten besser nicht sein“, so Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender von Verbio. „Überschüssiges Stroh ist hier in gigantischen Mengen verfügbar. Wir sprechen von über 300 Millionen Tonnen jährlich. Außerdem sind in Indien mehr als 3,5 Millionen Fahrzeuge mit CNG-Antrieb zugelassen.“

Bereits 2016 hat Verbio eine Tochtergesellschaft in Indien gegründet, um seine in Schwedt und Pinnow entwickelte Stroh-Biomethan-Technologie auf die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und den Bau einer Bioraffinerie vorzubereiten. Demnächst geht die erste in der Provinz Punjab in Betrieb. Indien hat ein Problem mit Umweltverschmutzung, das zum Großteil auf das Abfackeln von Stroh zurückzuführen ist, was derzeit der billigste Weg ist, um überschüssige Biomasse zu beseitigen.