Trauer um Christa Rötting

Trauer um Christa Rötting: Bitterfelder Künstlerin ist mit 89 Jahren gestorben

Bitterfeld - Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat eine ihre größten Künstlerinnen verloren. Christa Rötting ist am Mittwochabend im Alter von 89 Jahren gestorben. Das bestätigt die Leitung des Caritas-Altenpflegeheims „St. Marien“ in Bitterfeld. Dort hatte die bekannte Keramikerin die letzte Woche ihres Lebens ...

Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat eine ihre größten Künstlerinnen verloren. Christa Rötting ist am Mittwochabend im Alter von 89 Jahren gestorben. Das bestätigt die Leitung des Caritas-Altenpflegeheims „St. Marien“ in Bitterfeld. Dort hatte die bekannte Keramikerin die letzte Woche ihres Lebens verbracht.

Wann sie zum letzten Mal die Tür zu ihrem Atelier in Bitterfeld aufgeschlossen hat - wir wissen es nicht. Aber sehr lange kann es nicht her sein. Dieser Ort ist ihr wichtig gewesen, ihre Arbeit war ihr Leben. Hier sind ihre wunderbaren keramischen Arbeiten entstanden, die nur wenige kennen, weil sie die selten in der Öffentlichkeit zeigte. Trennen konnte sich die Künstlerin nie davon.

Doch die Geschichten, die zu diesen Arbeiten gehören, werden genauso bleiben, wie die Keramiken selbst. Und wie die Erinnerung an Christa Rötting, eine Frau, die diszipliniert war und couragiert, die rastlos war und voller Ideen steckte, die schicke Sachen liebte und selbst gestalteten Schmuck. Eine Frau, die überaus herzlich war, klug und streitbar. Und die sich nicht nur künstlerisch engagiert hat sondern auch sozial - sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Herzstiftung.

Anfang Mai war Rötting noch wegen einer akuten Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden

Schon in den vergangenen Monaten war sie körperlich sichtlich schwächer geworden. Bereits seit geraumer Zeit nutzte sie einen Rollator, war aber trotzdem immer noch in der Stadt unterwegs und suchte das Gespräch mit den Menschen. So sah man sie beispielsweise Anfang April beim Appell von 350 Bundeswehr-Soldaten auf dem Bitterfelder Marktplatz.

Auch in der MZ-Redaktion war sie bis zuletzt regelmäßiger Gast und verfolgte die Berichterstattung über ihre Stadt. Sie hatte trotz ihres Gesundheitszustands bereits Einladungen für ihren 90. Geburtstag im Dezember dieses Jahres ausgesprochen.

Anfang Mai war sie wegen einer akuten Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden und bekam zur Unterstützung eine rechtliche Betreuerin an ihre Seite. Nach einem Aufenthalt in einer Kurzzeitpflege zog Rötting am 5. Juni in das Pflegeheim. Dort schlief sie am Mittwochabend friedlich ein. (mz/cze/chf)