Bitterfeld-Wolfen so kreativ wie nie Tiere aus Ton erobern die Malwoche – Wolfen staunt über Kreativflut
Unter dem Motto „Tierwelt“ entstehen innerhalb von nur 5 Tagen bei der 21. Werkstattwoche des Malvereins „Neue Schenke“ Keramiken.

Wolfen/MZ. - Eine Woche lang hat sich das Kulturhaus Wolfen in ein Atelier voller Kreativität und konzentrierter Arbeit verwandelt. Der Malverein „Neue Schenke“ hat zur 21. Werkstattwoche eingeladen, diesmal unter dem Motto „Tierwelt“. Von Montag bis Freitag sitzen und stehen Jugendliche und Erwachsene nebeneinander, walzen Tonplatten, skizzieren Figuren, formen Reliefs und arbeiten konzentriert an Tonkeramik.
Arbeiten mit Ton
Für viele ist es ein Höhepunkt des Jahres. Martina Schmidt, Vorsitzende des Vereins, beschreibt die Bedeutung: „Wir haben nie ausgesetzt, auch nicht in den Corona-Jahren. Selbst ohne gesicherte Förderung wollten wir die Werkstattwoche unbedingt durchführen.“ Das Risiko habe der Verein bewusst getragen. „Die Künstler müssen bezahlt werden, Material kostet ebenfalls viel. Jetzt scheint ja klar zu sein, dass uns der Landkreis noch unterstützt“, sagt sie.
Neben ihr leitet die Keramikerin Pauline Ullrich den Kurs. Sie bringt die Teilnehmer dazu, genau hinzuschauen und über das bloße Abbilden hinauszugehen. „Wir haben diesmal in Plattenbauweise gearbeitet. Damit mussten die Formen stärker durchdacht werden. Es geht nicht darum, die Katze einfach nachzumodellieren, sondern eine eigene Formensprache zu entwickeln“, erklärt sie. Dabei achtet die Künstlerin auf jeden Einzelnen: „Ich gehe immer wieder zu den Teilnehmenden, schaue auf die Skizzen und gebe Impulse. Jeder bringt etwas mit, was herausgearbeitet werden kann.“
Dass diese intensive Arbeit auch fordern kann, bestätigt Birgit Landskron. Die langjährige Vereinsmalerin hebt hervor: „Mit Gips oder Ton zu arbeiten, ist nicht einfach. Man kommt nicht in einer Woche an alle Techniken heran. Aber die Ergebnisse zeigen, dass alle Freude hatten.“ Sie selbst sieht die Woche als Bereicherung. „Man probiert Neues, das macht es spannend.“ Die Vielfalt der Arbeiten ist groß: Katzen, Hunde, Pferde, Vögel oder Fantasietiere entstehen. Teilnehmerin Susann Herzog aus Bitterfeld hat sich einem besonderen Motiv gewidmet.
Intensive Werkstattwoche
„Mein erstes Werk war mein Zwergschnauzer, später habe ich ein Pferd modelliert. Es liegt erschöpft neben einem Wassereimer. Für mich war das eine schöne Abwechslung, weil es nicht so bierernst ist“, sagt sie. Für sie ist die Woche eine Möglichkeit, Ruhe zu finden. „Das Modellieren macht Freude und wirkt beruhigend.“
Das Konzept der Werkstattwoche geht auf: Menschen unterschiedlichen Alters arbeiten Seite an Seite, sie schauen einander über die Schulter, geben Tipps und helfen sich gegenseitig. „Die Gemeinschaft ist wichtig. Man unterstützt sich, man lernt voneinander. Das ist eine andere Atmosphäre als allein zu Hause zu arbeiten“, betont Martina Schmidt.
Auch für die Kursleiterin ist der Austausch wertvoll. „Mich interessiert der intensive Einblick in die Arbeit anderer. Das ist für mich eine Erdung, weil ich sonst in meiner Werkstatt allein bin. In dieser Woche entstehen neue Gedanken und Kräfte“, schildert Pauline Ullrich. Höhepunkt ist die Abschlusspräsentation am Ende der Woche, bei der die entstandenen Werke gezeigt werden. Viele wollen ihre Reliefs und Figuren mit nach Hause nehmen, andere sehen sie als Erinnerung der Werkstattwoche.

