Sanierung in Puschkinstraße

Sanierung in Bitterfeld: Puschkinstraße - Wohnen in der Baustelle

Bitterfeld - Hausmeister Uwe Reitmaier ist als erster in das Haus an der Bitterfelder Puschkinstraße eingezogen. In drei Monaten soll der erste Eingang fertig sein.

Von Michael Maul

Für den ehemaligen Berliner Uwe Reitmaier sind gleich mehrere Träume in Erfüllung gegangen. Er hat einen neuen Job gefunden, bezieht eine nagelneu sanierte Wohnung und ist dem lauten Berlin-Neukölln entkommen.

Reitmaier ist Hausmeister in dem Objekt an der Bitterfelder Puschkinstraße, das zurzeit größte Sanierungsvorhaben in ganz Bitterfeld. In den nächsten Tagen wird er sich häuslich einrichten, auch wenn um ihn herum die Handwerker noch fleißig arbeiten.

„Das ist eine prima Sache, wenn man als Hausmeister das Entstehen der Wohnungen mitverfolgen kann“, meint er. So wisse er genau, wo welche Leitungen wo verlaufen und könne später im möglichen Schadensfall schnell reagieren. Seine Wohnung ist schon fertig, die Heizung funktioniert, nur das Einrichten müsse noch erfolgen. „Ist aber kein Problem“, sagt der Ex-Berliner. „Ich bin ja immer da und kann alles Schritt für Schritt erledigen.“

Hausschwamm hat Bauarbeiten in der Puschkinstraße verzögert

Rainer Engel, der Anfang dieses Jahres den gesamten Gebäudekomplex von der Wohnstättengenossenschaft Bitterfeld-Wolfen gekauft hatte, ist einigermaßen zufrieden mit dem bisherigen Bauverlauf. Zehn Leute hätten eine große Stelle mit Hausschwamm entfernen müssen und das habe ganz schön gedauert. „Das hat uns in ein großes Stück der Bauzeit gekostet“, erklärt der Unternehmer. „Wenn man solche Schwämme nicht komplett entfernt, dann kommen sie immer wieder.“ Das solle aber zum Wohle seiner Mieter auf keinen Fall geschehen. Schließlich wolle man im Endeffekt 30 qualitativ hochwertige Wohnungen von 40 bis 110 Quadratmetern anbieten.

Bis wann das Haus in der Puschkinstraße fertig saniert sein soll.

Zum Bauablauf erklärt Engel: „Die Feldstraße 20 wird als erster Eingang komplett fertig sein. Ich schätze, so in drei Monaten werden wir alles geschafft haben, so dass neben dem Hausmeister auch die anderen Mieter einziehen können.“

Danach werde Schritt für Schritt das gesamte Haus bis zur Goethestraße in Angriff genommen. Über mangelndes Interesse könne er sich übrigens nicht beklagen. Zwei Mieter stünden schon fest und elf hätten sich die Wohnungen angesehen und Interesse gezeigt, freut sich der Bauherr. Wann genau das gesamte Haus bezogen sein wird, könne er aus jetziger Sicht noch nicht sagen.

Wichtig sei für ihn gewesen, zuerst das gesamte Dach zu sanieren und danach die Haustechnik zu installieren. „Strom, Wasser, Abwasser, Heizung und Anschlüsse für Internet und Fernsehen sind verlegt, nun können die letzten Lücken im Trockenbau geschlossen werden“, sagt Engel. Dabei möchte er noch einmal auf die Besonderheiten in seinem Wohnkomplex hinweisen. „Wir bieten in jeder Wohnung ein freies WLAN-Netz an, so dass sich die Mieter darum keine Sorgen machen müssen.“

Haus wird mit Computerwärme beheizt

Der Clou der ganzen Sache sei aber nach wie vor das Heizen mit der Abwärme von Computerservern. „Das geht allerdings erst los, wenn das gesamte Haus fertig ist “, so der Hausbesitzer.

Die dazu notwendigen Voraussetzungen seien allerdings bereits geschaffen worden. Jetzt würden erst mal mit dem kleinen Blockheizwerk Wärme und Warmwasser erzeugt. Danach werde die Solaranlage mit eingebunden und dann könne es losgehen.

Die Wohnstättengenossenschaft (WSG) hat mit dem Verkauf des Komplexes auch einen positive Effekt erzielt. Zum einen habe man die alten Häuser, aus denen im Jahr 1997 der letzte Mieter ausgezogen ist, aus dem Bestand nehmen können und zum anderen würde sich das sanierte Objekt sehr gut in des gesamte Dichterviertel einfügen. „Wir bringen unsere Häuser immer weiter auf Vordermann und auch die verkauften passen sehr gut ins Quartier“, sagte WSG-Geschäftsführer Norbert Rückriemen. (mz)