Für mehr Sicherheit der Bürger

Sandersdorf-Brehna löst jahrelangen Investitionsstau bei Feuerwehr auf

Doch wie wird neue Technik finanziell möglich?

Von Christine Färber
So sieht die Drehleiter aus, die für Sandersdorf in Aussicht steht.
So sieht die Drehleiter aus, die für Sandersdorf in Aussicht steht. (Foto: Maul)

Sandersdorf/MZ - Der Stadtrat Sandersdorf-Brehna macht nun Nägel mit Köpfen - für mehr Sicherheit. Er löst den jahrelangen Investitionsstau, der sich bei der Feuerwehr gebildet hat, auf. Es wird gebaut und Technik, die längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, wird peu a peu ausgetauscht, durch neue ersetzt.

Dazu gehört, dass die Ortsfeuerwehr Brehna ein neues Tanklöschfahrzeug mit spezieller Hilfeleistungsausstattung und Sandersdorf endlich eine moderne Drehleiter mit einem Korb zur Rettung von Menschen und zum Löschen der Flammen in hoher Höhe bekommen soll.

Die Stadträte haben den Bürgermeister beauftragt, die entsprechenden Ausschreibungen zu veranlassen, Angebote einzuholen, die Feuerwehrtechnik zu beschaffen.

750.000 Euro schwere Drehleiter und das 465.000 Euro teuere Hilfeleistungstanklöschfahrzeug sollen geleast werden

Die 750.000 Euro schwere Drehleiter und das 465.000 Euro teuere Hilfeleistungstanklöschfahrzeug werden, darin ist man sich nach längerer und harter Diskussion im Stadtrat einig geworden, geleast. Der Kauf würde derzeit den Investitionshaushalt der Stadt derart belasten, dass andere wichtige Projekte zurückgestellt werden müssten. Dasselbe gilt bei einer entsprechenden Kreditaufnahme, der Rahmen ist vor allem für die Erschließung des Industriegebiets Brehna bereits an der Grenze. Schon 2011 ist in der von der Verwaltung erarbeiteten Risikoanalyse der Stadt festgelegt worden, dass dringend eine Drehleiter her muss.

Sicherheitstraining auf dem Parkplatz des  Outlet-Centers
Sicherheitstraining auf dem Parkplatz des Outlet-Centers
(Foto: Maul)

Auch das Brehnaer Fahrzeug wurde als dringend eingestuft - schon allein wegen den gewachsenen Industriegebieten, dem Outlet Center sowie der Autobahn und den Bundesstraßen. Das alles gebiete entsprechende Ausrüstung, um schnell und effektiv bei einem Notfall eingreifen und retten zu können.

„Auf jeder Sitzung müsste sich der Stadtwehrleiter zu Wort melden, aber nichts passiert“

Getan hatte sich allerdings bis dato nichts. Die Fortschreibung der Analyse im Mai diesen Jahres nun legte das ungelöste Problem erneut auf den Tisch. Und mehr noch: Es wurde auch offenbar, dass es nicht nur in Sachen Technik, sondern auch in der Kommunikation zwischen Stadtrat, Stadtverwaltung und Stadtwehrleiter ein Problem zu geben scheint.

Aus Sicht von Andreas Wolkenhaar (CDU), Ordnungsausschuss-Vorsitzender des Stadtrates und Ortswehrleiter von Brehna, schwelt dieses Problem wie auch das der anderen Ortswehren, sich mit „Uralttechnik“ über Wasser halten zu müssen, viel zu lange. Sein Vorwurf richtet sich an Stadtwehrleiter Sven Winterling: „Ich bin’s leid. Auf jeder Sitzung müsste sich der Stadtwehrleiter zu Wort melden, aber nichts passiert.“ Was Winterling freilich so nicht auf sich sitzen lassen will.

Für Petersroda wird ein Tanklöschfahrzeug neu ausgeschrieben

Wie auch immer - die Stadt wird in Sachen Feuerwehr nun Pflöcke einschlagen und Werte für insgesamt zunächst rund zwei Millionen Euro leasen. „Damit sind wir erstmal gut ausgestattet“, sagt Wolkenhaar. Beschlossen ist letztlich nun die Anschaffung der Drehleiter und bereits in der Vergabe ist ein Tanklöschfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Sandersdorf. Brehna bekommt das Hilfeleistungstanklöschfahrzeug.

Für Petersroda wird ein Tanklöschfahrzeug neu ausgeschrieben. Die Ortsfeuerwehr Roitzsch steht in der Warteschleife, bis ihre neue Feuerwehrhalle fertig ist. Und die Ortsfeuerwehren Renneritz, Glebitzsch, Zscherndorf und Heideloh werden in den kommenden Jahren ebenfalls ihren Bedarf anmelden können.