Nach Havarie im Chemiepark

Nach Havarie im Chemiepark Bitterfeld: Was war in der Verpuffungswolke?

Bitterfeld - Nach der schweren Havarie im Chemiepark Bitterfeld hat am Mittwoch die Aufarbeitung begonnen. Am Dienstagabend war es auf dem Gelände einer Firma nahe der Säurekreuzung, die Metallschleifschlamm bearbeitet, zu einer großen Verpuffung gekommen. Eine riesige Wolke war ...

Nach der schweren Havarie im Chemiepark Bitterfeld hat am Mittwoch die Aufarbeitung begonnen. Am Dienstagabend war es auf dem Gelände einer Firma nahe der Säurekreuzung, die Metallschleifschlamm bearbeitet, zu einer großen Verpuffung gekommen. Eine riesige Wolke war aufgestiegen.

Meldung an Rettungsleitstelle gegen 21.15 Uhr

„Wir wurden gegen 21.15 Uhr von dem Schadensereignis informiert“, sagte Maik Strömer, Sprecher der Polizeidirektion Ost. Weil unklar war, wie gefährlich die Wolke ist, welche Stoffe enthalten sind, wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt. Die Bewohner wurde per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Es war eine gespenstische Situation.

Die Werksfeuerwehr selbst hatte die Verpuffung schnell im Griff. Ein großer Wasserschleier wurde über die Havariestelle gelegt.

Die Rettungsleitstelle gab noch vor Mitternacht Entwarnung, ebenso die Feuerwehr Bitterfeld-Wolfen auf ihrer Facebookseite. Auch Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze meldete sich gegen 24 Uhr über Facebook. „Über die Verpuffung im Chemiepark informiert. Dank an alle Einsatzkräfte und Mitarbeiter der Leitstelle. Gefahr vorbei.“ Anwohner berichteten aber noch Stunden später von Gerüchen in der Luft.

Landesamt für Verbraucherschutz ist involviert

Was genau in die Luft ging, ist unklar - und muss heute untersucht werden. Das Landesamt für Verbraucherschutz ist involviert. Auch die Polizei wartet ab. "Für uns ist das zuallererst ein gefahrenabwehrrechtlicher Komplex", sagte Polizeisprecher Maik Strömer.

Geklärt werden müssen auch noch viele andere Fragen. Offen ist zum Beispiel, warum „Katwarn“, die Katastrophenwarnapp des Landkreises, nicht aktiviert wurde.

Die Havarie geschah übrigens an einem für den Chemiepark historischen Datum: Am 11. Juli 1968 starben bei einer Chemieexplosion in Bitterfeld 42 Menschen, etwa 300 Beschäftigte werden mit Vergiftungen, Verbrennungen und Knochenbrüchen aus den Trümmern geborgen.  (mz)