Entscheidung in Burgkemnitz

Entscheidung in Burgkemnitz: Schloss-Verkauf vertagt

Burgkemnitz - Der Kreistag hat die Entscheidung über den Verkauf des Burgkemnitzer Schlosses am Donnerstagabend im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung vertagt. Eigentlich sollte über ein vorliegendes Angebot abgestimmt werden, aber die Rede von einem weiteren potenziellen Käufer machte die Runde und sorgte für Irritationen. Daher wurde bereits im öffentlichen Teil der Sitzung gefordert, den Beschlussantrag erst einmal wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Er soll bei der nächsten Kreistagssitzung im September erneut behandelt ...

Von Detmar oppenkowski 11.07.2015, 11:41

Der Kreistag hat die Entscheidung über den Verkauf des Burgkemnitzer Schlosses am Donnerstagabend im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung vertagt. Eigentlich sollte über ein vorliegendes Angebot abgestimmt werden, aber die Rede von einem weiteren potenziellen Käufer machte die Runde und sorgte für Irritationen. Daher wurde bereits im öffentlichen Teil der Sitzung gefordert, den Beschlussantrag erst einmal wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Er soll bei der nächsten Kreistagssitzung im September erneut behandelt werden.

Bereits vor der geplanten Abstimmung hatte der Verkauf einige Fragen aufgeworfen. Zum einen, weil es mehrere Angebote für das Objekt gegeben haben soll und es nach wie vor nicht transparent ist, warum und wie sich die Leipziger Schloss-Interessentin im Auswahlverfahren durchgesetzt hat. Zum anderen soll der von ihr gebotene Kaufpreis weit hinter den Erwartungen zurückliegen. Statt der in einem Internetinserat nachzulesenden 299 000 Euro soll sie deutlich weniger geboten haben. Damit hätte sich zwischen mehreren vorliegenden Angeboten das niedrigste durchgesetzt. Denn mindestens zwei Interessenten - einer aus den USA und einer aus China - sollen bereit gewesen sein, deutlich mehr zu bezahlen.

Stellt sich die Frage: Wer ist denn nun eigentlich der weitere Interessent? Nach MZ-Informationen handelt es sich dabei um Michael Dubrau. Der Geschäftsmann ist in der Region vor allem dadurch bekannt, weil er in Jeßnitz viele alte Gebäude saniert hat. Dazu zählt unter anderem der Umbau der ehemaligen Kirche „St. Norbert“ zu einem Veranstaltungsort namens „Rokoko*62“. „Ich würde mir das Schloss sehr gerne mal ansehen“, bestätigt er auf Nachfrage. Daher habe er seit geraumer Zeit versucht, „über mehrere Ecken“ Kontakt mit dem Landkreis aufzunehmen. Da das nicht klappte, habe er einen Brief aufgesetzt und um einen Termin gebeten. „Ich hoffe, dass ich das Objekt nun besichtigen kann“, sagt der Unternehmer, der - sollte er berücksichtigt werden - schon Nachnutzungsideen hat. „Man muss schauen, ob das Schloss mit Wohnungen im Bereich Pflege und Betreuung vereinbar ist.“ (mz)