Bitterfeld Bitterfeld: Neues Leben zieht ein in den Ostflügel
WOLFEN/MZ. - Noch werden in einem Raum Fliesen verlegt, anderswo Fenster geputzt. Aber im Prinzip ist sie abgeschlossen, die Sanierung des Ostflügels des Gebäudes 041 in Wolfen. Und der erste Mieter ist bereits seit Montag eingezogen und arbeitet inzwischen schon mit voller Kraft: die Zeitarbeitsfirma Randstad. Die Managerin des Standortes Bitterfeld-Wolfen, Katharina Dietz, und ihre sieben Mitarbeiter sind froh darüber. Im Prinzip jedenfalls.
Denn, wie Katharina Dietz sagte, man sei im wörtlichen Sinne mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Bitterfeld aus der Walther-Rathenau-Straße hierher nach Wolfen gezogen. "Es war auch ein sehr schöner Standort in Bitterfeld", sagt sie. "Aber das Büro war klein gewesen, wir hatten keine Möglichkeit zur Erweiterung. Deswegen haben wir uns schließlich doch sehr auf unser neues Büro gefreut."
Und das ist wahrlich groß. Hier können die Mitarbeiter des Marktführers in Sachen Zeitarbeit mit in der Region Bitterfeld-Wolfen rund 400 Klienten allein durch die räumliche Weite wirklich individuelle Gespräche führen. "Es ist auch heller, freundlicher, schöner", findet Katharina Dietz in Sachen Lob fast kein Ende. Und das Beste: Bei der Übernahme habe man keinerlei bauliche Mängel vorgefunden.
Nur eine Herausforderung gebe es: "Alle suchen uns noch. Es steht ja noch nicht dran: Rathausplatz 2", erzählt die Randstad-Niederlassungsleiterin. Aber die Interessenten und Mitarbeiter, die anrufen, würden vorerst halt per Telefon zur neuen Adresse gelotst. Es sei eine Frage der Zeit, bis sich die neue Adresse herumgesprochen habe. Optimismus rundum also bei Randstad, dem ersten Mieter.
Auch bei Jürgen Voigt, dem Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen mbH (WBG), in deren Regie die Sanierung des gesamten Gebäudes mit der damaligen werksinternen Bezeichnung 041 bisher lief und noch weiter laufen wird. Schließlich hat er für den Ostflügel, der direkt an den Trakt anschließt, in dem das Rathaus untergebracht ist, schon weitere potentielle Mieter gefunden. Das konnte er gestern einer Randstad-Nachbarin, der Bitterfeld-Wolfener Oberbürgermeisterin Petra Wust, mitteilen. Nach Voigts Worten wird im Untergeschoss ein Fitness-Studio einziehen, eine Elektro-Firma hat Räume geordert, ein Zahnarzt ebenfalls. Man habe eine hochmoderne Arztpraxis fertig gestellt, die allerdings noch auf einen Nutzer wartet. Und es werde noch ein Café hier Quartier nehmen. "Im Obergeschoss wird die Wohnungs- und Baugesellschaft selbst einziehen", so Jürgen Voigt, "und zwar schon am nächsten Wochenende."
Der Aufwand für diese Erfolge war hoch: Das Labor- und Bürogebäude musste komplett entkernt und neu innen neu beplant werden. Stehen geblieben waren quasi nur die Außenhaut und das Stahlskelett. Inzwischen aber sind die auf jeder der Etagen rund 1 000 Quadratmeter Nutzfläche im Ostflügel so gut wie fertig. Die Bauabnahme ist bereits am 1. April erfolgt.
Bevor die Arbeiten am Innenhof des 041 beendet sind, werden den Kunden der Ostflügel-Mieter provisorische Parkplätze in der Planckstraße angeboten. Zu erreichen ist das Objekt in dieser Zeit über die Jahnstraße. "Wir werden jetzt auch Schilder aufstellen mit Rathausplatz 2, damit sich die Leute herfinden", gab Jürgen Voigt einen Ausblick auf unmittelbar Anstehendes.
2008 hatte die WBG das Gebäude 041 erworben und in diversen Bauabschnitten die Sanierung der insgesamt rund 18 000 Quatratmeter Nutzfläche vorangetrieben. Seit Oktober 2010 laufen die Arbeiten am Ostflügel. Nun geht es an die Gestaltung des Innenhofes, der Westflügel wird folgen. Mit der Fertigstellung aller Arbeiten an dem gewaltigen und repräsentativen Komplex in zentraler Wolfener Lage rechnet WBG-Geschäftsführer, der die Akquise von Mietern zur Chefsache gemacht hat, spätestens zum selben Zeitpunkt im kommenden Jahr.
Nachbarin Petra Wust wünschte gestern den Mitarbeitern von Randstad viel Glück in ihrem neuen Zuhause und äußerte die Hoffnung, dass der gesamte Ostflügel des 041 bis Jahresende vermietet sei. "Dann werden wir uns an den nächsten Flügel stürzen, damit auch der belebt wird."