Weißes Gold für die Straßen

Weißes Gold für die Straßen: Das Geschäft mit dem Sreusalz läuft wieder

Bernburg - Im Bernburger K+S-Werk brummt nach vielen milden Wintern mal wieder der Verkauf von Streusalz. Wie die Leiterin die aktuelle Situation einschätzt.

Von Torsten Adam

121.000 Tonnen Streusalz hat das K+S-Salzbergwerk in Bernburg im Januar abgesetzt - rund 50 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat (81.000 Tonnen). „Das ist ganz ordentlich“, schätzt Werkleiterin Dorothee Telaar ein. Und angesichts des aktuell heftigen Wintereinbruchs dürften die Absatzmengen weiterhin spürbar steigen.

Während vielerorts die Menschen über die Schneemassen stöhnen, befeuern sie die Umsätze des Streusalzproduzenten, der mehrere Jahre unter milden Wintern litt. Je nach Wetterlage macht das Geschäft mit dem Winterdienst für das Bernburger Werk 40 bis 80 Prozent des Umsatzes aus.

„Es ist keine Kurzarbeit nötig, da sind wir stolz drauf“

Die Produktion brummt also am Südrand der Stadt. „Die Corona-Pandemie hatte Gott sei Dank bisher keine Auswirkungen auf unser Geschäft“, sagt Dorothee Telaar. Zwar habe es in der Belegschaft den einen oder anderen Positivfall gegeben, doch werde im Betrieb sehr auf Hygiene geachtet. Bei Verdachtsfällen würden Schnelltests angeboten. „Es ist keine Kurzarbeit nötig, da sind wir stolz drauf“, sagt die Werkleiterin.

Regulär wird an sechs Tagen pro Woche in drei Schichten das Salz unter Tage abgebaut. Am kommenden Sonntag werden die ersten Extraschichten gefahren, damit der Betrieb die hohe Nachfrage nach Auftausalz weiterhin befriedigen kann.

Drei Speicher mit 50.000 Salz

In drei überirdischen Speichern auf dem Werksgelände können bis zu 50.000 Tonnen Streusalz gelagert werden. Den Vorräten wird Magnesiumchlorid als Trennmittel beigemischt, damit das Salz nicht klumpt. Unterschiedliche Korngrößen und eine Natriumchloridlauge sorgen später dafür, dass der Auftaueffekt auf der Fahrbahn schnell einsetzt und lange anhält.

Je zur Hälfte wird das Streusalz von Speditionen mit Lkw abgeholt oder mit der Bahn zum Hafen Wismar transportiert. Dort wird es verschifft, meist nach Skandinavien und Osteuropa. Der Exportanteil ins europäische Ausland schwankt zwischen 40 und 60 Prozent. Zirka die Hälfte des im Inland abgesetzten Auftausalzes wird an Autobahn- und Straßenmeistereien verkauft. 30 Prozent gehen an die Kommunen, je 10 Prozent an private Winterdienstleister sowie an Groß- und Einzelhändler.

„Ab März, April beginnen wir schon wieder, bei den Kunden Vorräte für die nächste Saison einzulagern“

Der Jahresplan für 2021 sieht einen Verkauf von 1,3 Millionen Tonnen Streusalz vor. Ob dieses Ziel erreicht wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt natürlich noch nicht realistisch einschätzen, sagt die Werksleiterin. Der Absatz werde jedenfalls nicht mit dem Ende des Winters eingestellt: „Ab März, April beginnen wir schon wieder, bei den Kunden Vorräte für die nächste Saison einzulagern“, erklärt Dorothee Telaar. (mz)