Werbung für Tiergarten

Studenten Onlinekommunikation Hochschule Anhalt beraten Bernburger Freizeit GmbH: Ermännchen-Werbung beifacebook

Bernburg - Während aber die eine Gruppe sich auf einen Umkreis von 35 Kilometern beschränkt hat, hat die andere Gruppe den Kreis größer gefasst und sich auf 60 Kilometer festgelegt und für „Abenteuer und Weltreise durch den Tiergarten“ geworben.

Von Susanne Schlaikier 29.07.2020, 14:56

Welche Tiere kommen beim Publikum besser an? Erdmännchen oder Kattas? Wenn es nach den Nutzern von Facebook und Instagram geht, dann eignen sich die Erdmännchen deutlich eher als Werbeträger für den Bernburger Tiergarten.

Das zumindest haben Studenten der Onlinekommunikation der Hochschule Anhalt herausgefunden. In Zusammenarbeit mit der Bernburger Freizeit GmbH (BFG) haben sie für die verschiedenen Freizeiteinrichtungen vom 5. bis 14. Juni Werbung in den sozialen Medien geschaltet und beobachtet, wie oft und von welcher Zielgruppe diese angesehen beziehungsweise angeklickt wurde.

Studenten schalteten und analysierten Werbung in sozialen Medien

Die Ergebnisse haben die einzelnen Gruppen schließlich in einer Videokonferenz vorgestellt. „Welche Schwäche haben wir während der Corona-Krise gezeigt? Soziale Medien“, sagte der Geschäftsführer der BFG Thomas Gruschka. Zwar arbeite die BFG schon mit Facebook.

Aber hier bestehe noch Nachholbedarf. Daher sei das Projekt mit der Hochschule hilfreich gewesen. Das Ziel der beiden Tiergarten-Gruppen war, mehr junge Familien auf die Anlage im Krumbholz aufmerksam zu machen.

Während aber die eine Gruppe sich auf einen Umkreis von 35 Kilometern beschränkt hat, hat die andere Gruppe den Kreis größer gefasst und sich auf 60 Kilometer festgelegt und für „Abenteuer und Weltreise durch den Tiergarten“ geworben.

Beide Teams haben bei der Anzeige auf die Erdmännchen gesetzt oder wahlweise andere Tiere getestet: Gruppe eins hat Erdmännchen und Kattas gegenübergestellt, Gruppe zwei ein Erdmännchen mit Rucksack sowie eine Mischung aus Erdmännchen, Pinguinen und neuem Spielplatz, die wie ein Karussell bewegt wurden (eine so genannte Carousel Ad).

Das Fazit bei beiden: Die Erdmännchen haben mehr Leute erreicht als die Kattas beziehungsweise die Mischung aus mehreren Elementen. Und es seien mehr Frauen gewesen, die auf die Werbung aufmerksam geworden sind. Studentin Ines Holstein hat dafür auch eine einfache Erklärung: „Frauen kümmern sich eher um die Wochenendplanung.“

Nur eines lässt sich nach dem Testlauf nicht sagen: Wie viele Menschen aufgrund der Werbung tatsächlich den Tiergarten besucht haben. Eine andere Gruppe hat sich indes mit dem Fahrgastschiff „Saalefee“ beschäftigt. Die Studenten haben sich hierfür zwei Konzepte überlegt, mit denen sie die größtmögliche Aufmerksamkeit potenzieller Kunden wecken wollten.

Ein kurzer Film mit dem Fahrgastschiff Saalefee war erfolgreicher als ein Foto

Das erste Konzept sah ein romantisches Date an Bord vor. Gezeigt wurde hier ein Foto mit zwei Gläsern. Als potenzielle Kunden sollten damit Paare und Verlobte angesprochen werden. Doch diese Idee sei misslungen, sagten die Studenten selbstkritisch.

Man habe den Radius zu breit gefasst und das Thema verfehlt. Viel besser hat hier Konzept Nummer zwei funktioniert, bei dem ein kurzer Film mit dem Schiff eingespielt wurde. Mit Fotos und Drohnenaufnahmen hat auch die Gruppe, die sich mit dem Campingplatz beschäftigt hat, gearbeitet - zum einen wurde mit einer Diashow und klassischer Musik für einen „Campingurlaub im Natur- und Kulturparadies“ geworben.

Zum anderen mit einem Video und Drohnenaufnahmen sowie klassischer Musik im Hintergrund für „Camping im Naturparadies“. Hier hätten deutlich mehr Männer auf die Anzeige geklickt. Die meisten Nutzer waren zwischen 45 und 54 Jahren alt, resümierten die Studenten.

Auch für die Parkeisenbahn und den Märchengarten, den Eulenspiegelturm, das Erlebnisbad „Saaleperle“ und die Kunsthalle haben sich die Studenten unterschiedliche Kampagnen einfallen lassen, die die BFG in Zukunft sicher in irgendeiner Form in ihre Arbeit einfließen lassen wird. Und auch künftig möchte BFG-Geschäftsführer Gruschka gern mit der Hochschule Anhalt kooperieren. (mz)