Parkraumkonzept

Parkraumkonzept : Bald Tagesticket für Rheineplatz

bernburg - Stadt Bernburg dehnt die Gebührenpflicht im Zentrum in den nächsten Wochen aus und sucht parallel Berufspendler-Alternativen zum umstrittenen Bahnhofsgarten-Projekt.

Von Torsten Adam 12.09.2017, 07:55

Bernburgs Stadtrat wird am 18. Oktober in einer Sondersitzung über die Zulässigkeit des Bürgerentscheids zum geplanten Parkplatz-Bau im Bahnhofsgarten entscheiden. Aus formaler Sicht spricht wohl nichts dagegen, dürfte die Grenze von mindestens 2000 gültigen Protestunterschriften gegen die Pläne angesichts von doppelt so vielen eingereichten doch überschritten werden.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Stadtrat sein ursprüngliches Ja zu dem Vorhaben aus der Juni-Sitzung revidiert, da es einen neuen Erkenntnisstand gibt.

Parkraumkonzept Bernburg: Alternative hat sich ergeben

So zeichnet sich eine Alternative auf dem Areal des abgerissenen Makarenko-Hauses direkt neben dem Rheineplatz ab. Hier wäre laut Oberbürgermeister Henry Schütze (parteilos) womöglich Platz für bis zu 70 Parkplätze.

Gleichzeitig drückt er auf die Euphoriebremse: „Wir sind noch mitten in der fachlichen Prüfung und loten Fördermöglichkeiten aus.“

Es sei also noch nicht klar, ob diese Lösung auch aus wirtschaftlicher Sicht realisierbar ist. Falls doch, „reden wir mit dem Salzlandkreis“, kündigt Henry Schütze an. Diesem hatte die kommunale Wohnstätten GmbH das Gelände zunächst als Bauland offeriert, doch gibt es offenbar in Kreisverwaltung und Kreistag Zweifel ob der Rentabilität eines Neubaus an dieser Stelle.

Parkraumkonzept Bernburg: Weitere Standorte sind im Visier

Die Stadtverwaltung prüft unterdessen auch weitere Ideen, wo in der zentralen Bergstadt zusätzlicher Parkraum für Berufspendler geschaffen werden könnte.

Etwa das von CDU-Stadtrat Jens Kramersmeyer vorgeschlagene Parkdeck auf dem Rheineplatz. Oder zwei Standorte, die die Fraktionen von Die Linke, SPD und Bündnisgrünen in einem gemeinsamen Antrag ins Spiel bringen: die alte Eisengießerei östlich des Bahnhofs (eventuell mit Verlängerung des Fußgängertunnels) und die ehemalige Konsumbäckerei an der Roschwitzer Straße.

Erst frühestens ab 2019 könnten aufgrund von bestehenden Vertragsbindungen die Kleingärten zwischen Bahnhofstraße und Gleisen zu einem Pendlerparkplatz umgestaltet werden, kündigt Ordnungsdezernent Holger Dittrich an.

Parkraumkonzept Bernburg: Alle sechs Monate soll nachjustiert werden

Zudem wünschen die drei genannten Fraktionen, dass das Parkraumkonzept in der aktuellen Einführungsphase alle sechs Monate nachjustiert wird.

Zwei konkrete Vorschläge dazu liegen von ihnen vor: Erstens soll ein Teil der tagsüber kaum genutzten innenstadtnahen Anliegerstraßen wie Friedrich- und Franzstraße gegen einen kostenpflichtigen Gästeparkausweis für Pendler freigegeben werden.

Dieses Kontingent müsste allerdings so gering gehalten werden, dass es bei Anwohnern mit Parkausweis nicht zu einer unzumutbaren Belastung bei der Parkplatzsuche führt, erläutert der Grünen-Fraktionsvorsitzende Erich Buhmann.

Zweitens soll Ärzten in Bereichen der Parkraumbewirtschaftung die Möglichkeit eingeräumt werden, an Patienten einen Parkausweis für den Praxisbesuch auszugeben.

Parkraumkonzept Bernburg: Erste Regelung hat nicht optimal funktioniert

Reagiert hat die Stadtverwaltung indes schon einmal, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine erste Regelung nicht optimal funktioniert: Durften Anlieger mit Ausweis anfangs nur in ihrer eigenen Straße parken, ist ihnen das nun auch in benachbarten Straßenzügen der gleichen Zone möglich.

„Das funktioniert jetzt hervorragend“, erklärt Ordnungsdezernent Holger Dittrich.

Einen Großteil des Parkraumkonzeptes hat die Stadt mittlerweile umgesetzt. Offen ist lediglich noch die fünfte und letzte Zone westlich des Boulevards.

Innerhalb der nächsten vier Wochen sollen an oberer Steinstraße und Kurzer Straße, am Lindenplatz, an oberer Wilhelmstraße und an oberer Friedensallee Parkscheinautomaten installiert werden. Bislang genügt dort noch die Parkscheibe.

Parkraumkonzept Bernburg: Zahlen mit EC-Karte

Ebenfalls für Herbst geplant ist die Einführung eines Tagestickets zum Preis von vier Euro auf dem Rheineplatz. Derzeit darf dort maximal vier Stunden geparkt werden. Auf Bernburgs größtem Zentrumsparkplatz werden die Gebühren nach Angaben von Ricardo Beck, Sachgebietsleiter Verkehr im Ordnungsamt, dann auch mit EC-Karte zu bezahlen sein. (mz)