Neue Wohnungen geplant

Neue Wohnungen geplant: Investor will Reihen- und Einfamilienhäuser bauen

Bernburg - Ein privater Erschließungsträger will die Wiese an der Olga-Benario-Straße ab Frühjahr 2021 mit Eigenheimen bebauen und diese dann schlüsselfertig verkaufen.

Von Torsten Adam

Wer in Bernburg in den eigenen vier Wänden wohnen möchte und dazu noch komfortabel, wird auf dem Immobilienmarkt nicht so schnell fündig. Ein privater Erschließungsträger könnte bald dazu beitragen, diesen Engpass zu beseitigen.

Die Kappis-Gruppe will mit ihrer Projektentwicklungsgesellschaft die rund einen Hektar große Wiese an der Ecke Olga-Benario-/Bruno-Hinz-Straße bebauen und dafür eine Millionensumme im oberen einstelligen Bereich investieren. „Im günstigsten Fall sind die ersten Häuser Ende 2021 bezugsfertig, der Rest dann im Folgejahr“, sagte Geschäftsführer Matthias Kappis gegenüber der MZ.

Investor Matthias Kappis stellte Projekt im Planungsausschuss des Stadtrates vor

Das Vorhaben seines Unternehmens stellte er in der vergangenen Woche den Mitgliedern des städtischen Planungsausschusses vor. Diese hatten nämlich anschließend über eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes zu beraten und empfahlen diese einstimmig dem Stadtrat.

Der neue B-Plan trägt den Wünschen des Investors Rechnung. Entlang der Bruno-Hinz-Straße will Kappis acht dreigeschossige Reihenhäuser mit jeweils zirka 120 Quadratmeter Wohnfläche errichten, die Familien ansprechen sollen.

Im hinteren Bereich, nahe der Robert-Koch-Straße, sind drei Einfamilienhäuser mit rund 140 Quadratmetern Wohnfläche vorgesehen. Der Löwenanteil des Areals soll voraussichtlich mit sechs Doppel- und fünf Einzelbungalows ohne Keller bebaut werden, die Platz auf 85 beziehungsweise 95 Quadratmetern bieten.

Geplant sind acht Reihenhäuser sowie sechs Doppel- und fünf Einzelbungalows

Auch ein begrünter Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken ist eingeplant. Nach Fertigstellung sollen die Häuser schlüsselfertig an Interessenten verkauft werden. Konkrete Preise nannte Matthias Kappis noch nicht.

„Solch ein Bauträgermodell ist etwas Neues für Bernburg“, sagte Holger Dittrich, Dezernent für Wirtschaftsentwicklung. Er sei heilfroh, dass die Stadt Bernburg endlich einen privaten Investor für diese Fläche gefunden hat, die auf der kommunalen Internetseite angeboten worden war.

Matthias Kappis ist überzeugt, nach erfolgter Bedarfsanalyse die richtige Wahl getroffen zu haben. „Bernburg ist eine schöne Stadt mit Charakter und auf einem guten Weg.“ Natürlich habe sich das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Lahr, das das Bernburger Projekt von seiner Leipziger Niederlassung aus betreuen wird, auch das Umfeld angeschaut.

Der Rewe-Markt an der Kustrenaer Straße sei nicht weit, eine Bushaltestelle in direkter Nähe und das Saaletal nur einen kurzen Spaziergang entfernt.

Rewe-Markt, Saaletal und Bushaltestelle befinden sich in der Nähe

„Unser Angebot der barrierefreien Bungalows mit Terrasse und kleinem Garten richtet sich deswegen insbesondere an Senioren, denen ihr eigenes Haus zu groß geworden ist, die aber so weit möglich weiterhin eigenständig leben möchten“, erläutert Matthias Kappis. Deshalb sollen ihnen in der Neubau-Siedlung auch Servicedienstleistungen offeriert werden, die sie nach Belieben in Anspruch nehmen können oder nicht.

Für die Erschließung mit Stichstraße, Ver- und Entsorgungsmedien rechnet Kappis mit Kosten von rund einer Million Euro. Unter anderem deshalb, weil viel Boden aufzufüllen sei. Um etwaige Probleme durch instabilen Grund mache er sich keine Sorgen.

Das Esco-Steinsalzbwergwerk hatte in einer Stellungnahme zum alten Bebauungsplan darauf hingewiesen, dass sich „im Laufe der nächsten 100 Jahre Senkungen von maximal zehn Zentimetern einstellen werden“, im gleichen Zeitraum maximale Schieflagen von einem Millimeter je Meter mit Neigung in südlicher Richtung.

Mit Beginn der Bauarbeiten wird der Parkplatz auf dem Areal verschwinden

Ausreichend bemessene Dehnungsfugen und eine Stahlbetonplatte zur Gründung seien deshalb zu berücksichtigen, so die Empfehlung. „Die Stadtverwaltung hat uns darauf hingewiesen. Wir werden vor Baubeginn ohnehin ein Bodengutachten machen“, sagte Kappis gelassen.

Spätestens zum Baustart wird auch der illegale Parkplatz auf dem Areal, auf dem meist Mitarbeiter der benachbarten Salus-Klinik ihre Autos abstellten, verschwinden. „Wir haben das bislang geduldet. Die Salus hat uns gegenüber angekündigt, Ersatz auf eigener Fläche schaffen zu wollen“, so Holger Dittrich.

„Nach Beschluss des Bebauungsplanes und Abschluss eines städtebaulichen Vertrags wird das Grundstück verkauft“, erklärte der Dezernent das weitere Prozedere. Der Investor geht davon aus, im Frühjahr 2021 mit dem Bau beginnen zu können. Die Vermarktung der Häuser solle dann parallel erfolgen. (mz)