Mobilität im Alter

Mobilität im Alter: Minigaragen für e-Bikes und Rollatoren sind gefragt

Bernburg - Vor knapp zwei Jahren hatte die Wohnstättengesellschaft Bernburg damit angefangen, ebenerdige und abschließbare Abstellmöglichkeiten für Fahrräder der Mieter zu schaffen. Zunächst als Sammelgaragen in Mehrfamilienhäusern. „Inzwischen haben wir aber auch mit einzelnen Fahrradabstellplätzen eine zweite Variante geschaffen. Quasi ein Schließfach für Fahrräder“, sagt Holger Köhncke.

Von Katharina Thormann

Sie sind kaum größer als ein herkömmlicher Kleiderschrank, dafür aber gefragt wie nie: kleine, ebenerdige Garagen zum Abstellen von Fahrrädern und Rollatoren. Beides bietet seit kurzem die Bernburger Wohnstättengesellschaft mbH für ihre Mieter im Stadtgebiet an.

„Die Idee ist nicht von uns“, gibt Geschäftsführer Holger Köhncke zu. Er habe ähnliches schon in anderen Städten gesehen. Vornehmlich für Fahrradtouristen, die ihre Räder während eines Besuchs in der Stadt dort abstellen können.

Wohnstättengesellschaft begann vor zwei Jahren mit dem Bau der Minigaragen

Vor knapp zwei Jahren hatte das Wohnungsunternehmen dann damit angefangen, ebenerdige und abschließbare Abstellmöglichkeiten für Fahrräder der Mieter zu schaffen. Zunächst als Sammelgaragen für mehrere Fahrräder von Mietern in den Mehrfamilienhäusern.

„Inzwischen haben wir aber auch mit einzelnen Fahrradabstellplätzen eine zweite Variante geschaffen. Quasi ein Schließfach für Fahrräder“, sagt Köhncke. Mittlerweile hat das Unternehmen 90 dieser Stellplätze auf dem Markt, 70 seien davon bereits vermietet. Die meisten Einzelboxen, für die fünf Euro im Monat fällig werden, findet man an der Johann-Rust-Straße.

Die Nachfrage danach wächst stetig. Nicht ohne Grund: „Es fällt einigen Mietern nicht leicht, die schweren Elektrofahrräder in den Keller zu hieven“, begründet Köhncke die Initiative. Das sei mit dem neuen Angebot nicht mehr nötig. Nun könne man die E-Bikes bequem in die schmale Garage schieben und die Tür verschließen.

Minigaragen in Innenhöfen sicherer als Keller in Mehrfamilienhäusern?

Sorgen um die Sicherheit macht sich der Wohnstätten-Chef dabei nicht. Auf den ersten Blick sei der Keller sicherer. „Wenn man sich aber die Vielzahl von Kellereinbrüchen anschaut und darüber nachdenkt, dass die Diebe dort ungestört alles durchsuchen können, hat eine ebenerdige Garage auch seine Vorteile“, sagt Köhncke.

Schließlich seien auf die Garagen in den Hinterhöfen unzählige Augenpaare der Mieter gerichtet. Außerdem gebe es Bewegungsmelder, durch die an den Garagen das Licht angeht. Ein weiteres Hindernis, das die Diebe abschreckt.

Der jüngste Coup des Wohnungsunternehmens ist neuerdings an der Bruno-Hinz-Straße zu finden. Dort werden sogar Abstellboxen für Rollatoren angeboten. „Diese Gehhilfen werden leider sehr gern gestohlen, darum bieten wir nun auch dafür verschließbare Abstellmöglichkeiten an“, sagt Köhncke.

An der Bruno-Hinz-Straße in Bernburg gibt es Abstellboxen für Rollatoren

Wie groß die Nachfrage für die Rollator-Garagen tatsächlich ist, soll die Zeit zeigen. Parallel dazu würden aber auch weitere an der Karl-Marx-Straße gebaut werden. Auch als Reaktion für das zunehmende Alter der Mieter, die auch durch den Anbau von Fahrstühlen nun deutlich länger in ihren vier Wänden wohnen bleiben könnten.

Deshalb reagiert auch Bernburgs zweites großes Wohnungsunternehmen - die Wohnungsgenossenschaft Bernburg eG - auf die Nachfrage ihrer Mieter nach Rollator- und Fahrradgaragen.

„Die Planung dafür wird in diesem Jahr konkret werden“, kündigte Prokurist Stefan Beer auf Nachfrage der MZ an. Es sei ein komplexes Thema. Schließlich würden die Mieter verstärkt auf strombetriebene Elektroroller umsteigen, die auch einen Stromanschluss zum Aufladen bräuchten.

„Darum sind wir gerade auf der Suche nach Flächen, die möglichst zentral sowie begehbar sind und mit Strom ausgestattet werden können“, sagt Beer.

Unterdessen geht auch bei der Wohnungsgesellschaft die Initiative für Minigaragen weiter. Allein in diesem Jahr sollen laut Wohnstätten-Geschäftsführer Köhncke 50.000 Euro in den Bau investiert werden. (mz)