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Diesel-StickoxideStickoxide aus Dieselabgasen in Aschersleben: „Eine Umweltzone wäre unverhältnismäßig”

Aschersleben - Schadstoffgrenzwerte wurden 2016 an sieben Tagen überschritten, 2017 an zwölf Tagen.

27.02.2018, 07:55

Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig soll am Dienstag, 27. Februar, die Entscheidung fallen: Dürfen Dieselfahrzeuge zur Luftreinhaltung aus Städten verbannt werden oder nicht?

Sollte es dazu kommen, könnten Dieselautos nach Einschätzungen von Experten von einzelnen Straßen oder aus ganzen Bereichen - ähnlich wie sie heute schon in Magdeburg und Halle vorhanden sind - verbannt werden.

Städte könnten schon jetzt Fahrverbote erlassen

Die Kommunen sind auch jetzt schon berechtigt, in den Städten Umweltzonen einzurichten, um die Qualität der Luft zu verbessern. Ein Modell, das prinzipiell auch in Aschersleben umgesetzt werden könnte?

Nicht aus Sicht der Stadtverwaltung. Auf MZ-Anfrage erklärt Stadtpressesprecherin Judith Kadow: „Die Einrichtung einer Umweltzone wäre unverhältnismäßig.“

Die Stadt lehne ein solches Vorgehen ab, da Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte in den vergangenen Jahren lediglich punktuell festzustellen waren, so Kadow weiter. Demnach hat es 2016 insgesamt sieben Überschreitungen im Stadtgebiet gegeben. Im vergangenen Jahr waren es zwölf.

Stadtverwaltung setzt auf Ortsumfahrung Aschersleben-Quenstedt

Um die Feinstaubbelastung zu senken, favorisiert die Stadt stattdessen eine andere Lösung: den Bau der südlichen Ortsumfahrung Aschersleben-Quenstedt. Diese würde spürbar zu einer Entlastung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens führen, heißt es.

Bislang durchqueren Verkehrsteilnehmer aus Richtung Hettstedt kommend auf der Bundesstraße 180 die Stadt, ehe sie auf die Bundesstraße 6 gelangen. Besonders der Güterverkehr sorgt bei Anwohnern immer wieder für Frust. Schnelle Abhilfe ist allerdings nicht in Sicht:

Ein Baubeginn für die Südumfahrung steht nach Angaben des Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr noch nicht fest. (mz/cra)