Keine Angst vor Blamage

Keine Angst vor Blamage: Dieser Mann konzipierte eine neue Dating-App

Aschersleben - Der Ascherslebener Thomas Wiele hat eine neuartige Dating-App entwickelt. Die soll nur als Eisbrecher fungieren.

Von Regine Lotzmann

Eine Maske vor dem Gesicht, die das Lächeln verbirgt? Und immer genügend Abstand halten? Flirten zu Corona-Zeiten kann schon anstrengend sein. Eine neue, von einem Ascherslebener entwickelte App „Dating 2.0“ könnte da möglicherweise Abhilfe schaffen.

Na ja, eigentlich hatte Thomas Wiele die Idee dafür schon vor einem Jahr. „Ich lag am Strand, sah die vielen hübschen Mädchen und dachte: Wenn ich Single wäre, würde ich mich überhaupt trauen, eine anzusprechen?“

Eigentlich ging es bei der neuartigen Dating-App, die dann in Zusammenarbeit mit IT-Experten entstand, darum, keinen Korb zu riskieren und schon im Vorfeld Gemeinsamkeiten zu entdecken. „Doch ich finde, jetzt, zu Corona-Zeiten, wo man nicht jeden einfach mehr ansprechen kann, passt sie perfekt.“

„Fällt einem jemand auf, der angemeldet ist, schickt man die Frage: Darf ich dich ansprechen?“

Denn anders als bei Tinder und Co. geht es bei der vor wenigen Tagen an den Start gegangenen App nicht ums anonyme Flirten im Netz. „Sie ist vielmehr ein Eisbrecher. Hier spielt der direkte Kontakt eine Rolle“, erklärt Wiele das Besondere.

So zeigt die auf dem Smartphone installierte App interessierte Singles im Umkreis an - nach wenigen Tagen waren es deutschlandweit schon einige hundert Nutzer.

Mit Foto und kurzen Stichpunkten, was derjenige sucht und welche Interessen er hat. „Fällt einem unterwegs - in der Disco, am Strand, in der Stadt - jemand auf, der einem gefällt und der angemeldet ist, schickt man die Frage: Darf ich dich ansprechen?“, erklärt der Ascherslebener die Funktion der App.

Dabei bekommt der andere Bild und Kurzvita des Fragenden zugeschickt und kann entscheiden: ja, nein, blockieren. Also irgendwie eine moderne Art der Zettelchen von früher, mit der Frage „Willst du mit mir gehen?“ und den drei Kästchen für Ja, Nein und Vielleicht.

Die Idee: Ins Gespräch kommen, ohne Angst vor der Blamage

„Will er, kann der andere mit ihm in der Realität ins Gespräch kommen, ohne Angst haben zu müssen, sich zu blamieren. Und so gibt es garantiert auch keine Fake-Profile“, sagt der 37-Jährige und nennt noch einen Bonus: Ist der andere vielleicht doch ein Stück entfernt, wird die Route zu ihm angezeigt.

„Eine neue Art, sich kennenzulernen. Ganz einfach. Ohne Schnörkel.“ Deshalb habe er es schlicht auch „Dating 2.0“ genannt. „Ohne Zipp und Zapp.“

Ein solches Angebot auf dem Markt kennt Wiele noch nicht. Dabei hat er auch auf den Datenschutz geachtet. „Man kann die App auf zehn Meter sperren. Wo man wohnt, wird dann nicht auf der Karte angezeigt. Zur Sicherheit, damit es keine Stalker gibt“, so der Ascherslebener.

Um Stalker abzuwehren, lässt sich die App sperren, sagt Thomas Wiele

Auch blockieren könne man unliebsame Nutzer. Um bestimmte Leute auf Abstand zu halten. Auch ganz abschalten ist möglich, wenn man mal nicht in Flirtlaune ist. Oder sein Profil jederzeit komplett löschen.

Für die Nutzer ist die App kostenlos und soll es auch bleiben. Sie soll sich später einmal über Anzeigen für den Erfinder, der im wahren Leben als Detektiv arbeitet, rentieren. Der ist übrigens nicht auf seine App angewiesen. Die Frau fürs Leben hat er nämlich bereits gefunden. Ganz klassisch: in der Disco. (mz)