Friedhof in Aschersleben

Friedhof in Aschersleben: Gemeinsame Mensch-Tier-Grabanlage eröffnet

Aschersleben - In Aschersleben im Salzlandkreis können sich fortan Menschen gemeinsam mit ihren geliebten Vierbeinern bestatten lassen. Die Stadt eröffnete am Samstag die „Erinnerungsgarten“ genannte Erweiterung des Zentralfriedhofs, wie die Verwaltung mitteilte. Unter den dort neu angebotenen 3600 Grabstellen seien auch 20 für eine gemeinsame ...

24.09.2016, 14:24

In Aschersleben im Salzlandkreis können sich fortan Menschen gemeinsam mit ihren geliebten Vierbeinern bestatten lassen. Die Stadt eröffnete am Samstag die „Erinnerungsgarten“ genannte Erweiterung des Zentralfriedhofs, wie die Verwaltung mitteilte. Unter den dort neu angebotenen 3600 Grabstellen seien auch 20 für eine gemeinsame Mensch-Tier-Bestattung.

An jeder Stätte könnten zwei Menschen- und zwei Tier-Urnen Platz finden. Aschersleben ist damit nach eigenen Angaben die erste Kommune in Ostdeutschland, die die letzte Ruhe an der Seite des geliebten Haustieres zulässt. Ein Mustergrab zeigt, wie das Angebot praktisch aussehen könnte.

Für 220.000 Euro ließ Aschersleben in den vergangenen vier Monaten den neuen Erinnerungsgarten anlegen. Neben den Mensch-Tier-Grabstellen gibt es dort der Stadt zufolge weitere neue Angebote. So könnten Eltern ihre Sternenkinder genannten Frühgeburten beerdigen. Dazu kommen Baumgräber, Urnenpaargräber und eine „Baumhoroskop“ genannte kreisförmige Urnenanlage mit vielen Bäumen. Die Nachfrage für die neuen Anlagen sei groß. Schon für Montag, dem ersten möglichen Termin, seien drei Bestattungen geplant.

Bisher nur wenige Möglichkeiten

Nur auf wenigen Friedhöfen können sich bisher Menschen gemeinsam mit Tieren beerdigen lassen. Möglich ist das etwa in Braubach bei Koblenz sowie in Essen. Dort bietet seit dem Sommer 2015 eine private Friedhofsgesellschaft die gemeinsame letzte Ruhe an. In Grefrath in Nordrhein-Westfalen erkämpfte sich ein 68 Jahre alter Rentner vor wenigen Monaten das Recht, mit seinem Dackel begraben zu werden. Das Bistum Aachen stimmte einer Änderung der Friedhofssatzung zu - betonte aber, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt. (dpa)