Rulmeca

Förderanlagenbau Rulmeca Aschersleben: Besucher informieren sich über Jobs und Ausbildungsplätze

Aschersleben - Tatsächlich zählt der Förderanlagenbauer zu den wirtschaftlichen Schwergewichten Ascherslebens. Der Umsatz lag laut Geschäftsführer Badtke zuletzt bei rund 40 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon wurde im Ausland erzielt. 215 Festangestellte sowie noch einmal bis zu 30 Leiharbeiter beschäftigt die Firma zwischen Aschersleben und Wilsleben - gezahlt wird den Angaben zufolge nach einem Haustarif, der sich zumindest an den Tarifen der IG Metall orientiert.

Von Marko Jeschor 24.09.2018, 10:51

Das neue Schmuckstück steht ganz unscheinbar in einem kleinen Anbau auf dem Werksgelände des Förderanlagenbauers Rulmeca: die UV-Beschichtungsanlage. Mit ihr bekommen die vielen kleinen Tragrollen aus Stahl sozusagen ihren korrosionsfesten Anstrich.

Der Vorteil: Bedient werden muss die Anlage „nur“ noch von einem Mitarbeiter, nicht mehr von drei. Alles läuft automatisch. „Damit können wir kostengünstiger produzieren“, sagt Geschäftsführer Tobias Badtke.

Motoren laufen in Klein- und Großbetrieben

Es sind solche Investitionen in die Zukunft, die Rulmeca seit jeher so stark machen - neben den Transportbandrollen, Trommelmotoren und Gurttrommeln, die sich in Teilen von der internationalen Konkurrenz abheben und die sowohl in kleineren Betriebsstätten wie Fleischereien als auch in gigantischen Anlagen von Kohleförderern zum Einsatz kommen. Bei den Trommelmotoren zum Beispiel befinden sich Motoren und Getriebe in einem Gehäuse. Das spart vor allem Platz.

Die positive Entwicklung in den vergangenen fast 30 Jahren ist es auch, auf die Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann (Widab) in seinem kurzen Statement beim Tag der offenen Tür am Sonnabend abstellte: „Wenn wir zehn solcher Firmen hätten, dann würde es der Stadt gut gehen.“ Er sei froh, dass Rulmeca die schwierigen Jahre nach der Wende gemeistert habe und dass die Arbeit des früheren Geschäftsführers Wolfgang Gresch erfolgreich weitergeführt werde.

Oberbürgermeister Michelmann lobt positive Entwicklung

Tatsächlich zählt der Förderanlagenbauer zu den wirtschaftlichen Schwergewichten Ascherslebens. Der Umsatz lag laut Geschäftsführer Badtke zuletzt bei rund 40 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon wurde im Ausland erzielt. 215 Festangestellte sowie noch einmal bis zu 30 Leiharbeiter beschäftigt die Firma zwischen Aschersleben und Wilsleben - gezahlt wird den Angaben zufolge nach einem Haustarif, der sich zumindest an den Tarifen der IG Metall orientiert.

Wie attraktiv das Unternehmen zu sein scheint, war vorigen Samstag durchaus spürbar. Denn es kamen nicht nur Mitarbeiter, die ihren Familien einen Blick in die riesigen Werkhallen gewähren konnten. Es kamen auch Interessierte, die etwas über die Arbeit und die Jobs wissen wollten.

Rulmeca hat sechs freie Stellen und sucht Auszubildende

Sie erfahren, dass es zurzeit sechs freie Stellen gibt sowie stets Auszubildende gesucht werden. Schon zur Mittagszeit waren es so viele Besucher, dass die Parkplätze auf dem Gelände kaum ausreichten. „Ich bin extrem glücklich über die Resonanz“, sagte Badtke. Ein Grund: Das parallel stattfindende Feuerwehrfest in Aschersleben, das ja ebenfalls Besucher anzog.

Ob sich die Zukunft des Anlagenbauers unterdessen weiter so gut gestalten lässt, ist ungewiss. Denn es gibt einige Herausforderungen, wie der 41-jährige Badtke sagt. So wirke sich der politisch gerade wieder viel diskutierte Kohleausstieg längst auf das Geschäft aus.

Geschäftsführer Badtke fordert Übergangslösung für Kohleausstieg

„Allein die Ankündigung führt bei Großabnehmern wie Vattenfall oder Mibrag zu einem Rückgang der Investitionen“, sagt Badtke. Rulmeca musste schon vor einigen Jahren den Standort in Leipzig schließen (die MZ berichtete). Er könne den Ausstieg zwar nachvollziehen.

Nur: „Wir brauchen eine Übergangslösung.“ Auf die veränderten Bedingungen reagiert die Firma mit einer anderen Schwerpunktsetzung bei der Produktion. „Wir verkleinern uns eher.“ Soll heißen: Man setze auf den sogenannten Stückgut-Bereich, ohne allerdings von den großen Abnehmern ganz lassen zu wollen.

Ein weiteres Feld, das entwickelt werden soll: die Digitalisierung der Produkte. Geplant ist laut Geschäftsführer, in die Rollen und Motoren Sensoren einzubauen, die etwa frühzeitig Risse oder andere Probleme erkennen und melden können.

Damit seien die Nutzer später in der Lage, im Zweifelsfall eher und besser reagieren zu können. Auch das führt zu einer Effizienzsteigerung und spart bares Geld. Für Rulmeca übrigens kann diese Entwicklung zu einem Anstieg der Mitarbeiterzahl führen. (mz)