Aktion gegen Hundekot

Drastische Aktion gegen Hundekot in Aschersleben: Fähnchen warnen vor „Tretminen”

Aschersleben - Rot, so weit das Auge reicht. Jedes Fähnchen markiert einen Hundehaufen. Die 50 Stück, die der Bauwirtschaftshof bestellt hat, reichen gerade einmal für das kurze Stück Promenade zwischen Breiter Straße und ...

Von Kerstin Beier 06.04.2018, 22:00

Rot, so weit das Auge reicht. Jedes Fähnchen markiert einen Hundehaufen. Die 50 Stück, die der Bauwirtschaftshof bestellt hat, reichen gerade einmal für das kurze Stück Promenade zwischen Breiter Straße und Hecknerstraße.

Hundekacke ist ein Problem in Aschersleben

Die roten Flaggen zeigen eindrucksvoll: Hundekacke ist ein Problem in Aschersleben. Auf diese Art ein Zeichen zu setzen ist die Idee von Steffen Amme von der Wählerinitiative „Die Aschersleber Bürger“ und wird vom Bauwirtschaftshof aus naheliegenden Gründen unterstützt.

Denn die Mitarbeiter in der Grünanlagen-Pflege sind es, die unter verantwortungslosen Hundebesitzern besonders zu leiden haben. Wer je in einen Hundehaufen getreten ist, kennt das Gefühl ohnmächtiger Wut.

„Wenn einem das Zeug um die Ohren fliegt, ist das nicht angenehm“

Bei den Mitarbeitern des Bauwirtschaftshofes kommt gehöriger Ekel hinzu. „Wenn man mit dem Freischneider unterwegs ist und einem das Zeug um die Ohren fliegt, ist das nicht gerade angenehm“, sagt Gitta Blume. Ihre Kollegin Kerstin Zerner bestätigt das und denkt vor allem an den grünen Ring um die Herrenbreite, an Apothekergraben und Külzplatz.

Aber auch auf den Wegen und Plätzen der Innenstadt finden sich die ekligen Hinterlassenschaften. Die Frauen wollen keinesfalls alle Hundebesitzer über einen Kamm scheren. „Wir sehen auch viele, die die Haufen wegmachen“, sagen sie. Doch es sind die anderen, die den Ruf aller Hundefreunde verderben.

Die Ausreden-Liste der Hundehalter ist lang

Die Liste der Ausreden sei lang, sagen die Frauen: zu wenige Papierkörbe, fehlende Tüten in den Spendern, „ich zahle schließlich Steuern“ und „das verrottet doch“ sind nur einige der Ausflüchte.

André Könnecke, Chef des Bauwirtschaftshofes, hält dagegen: Die Tütenspender werden pro Jahr mit 350.000 schwarzen Tüten bestückt. Auch Papierkörbe gebe es in ausreichender Zahl.

Und selbst wenn nicht: „Es ist keine Aufgabe der Stadt, Privatmüll zu entsorgen. Und Hundehinterlassenschaften sind Privatmüll.“ Dennoch sei der Bauwirtschaftshof bestrebt, es den Hundehaltern leichter zu machen.

Die Hundehaufen auf Straßen und Plätzen empfindet er als „fortwährendes Problem“. Leider werde zu wenig dagegen unternommen. „Ich würde es gut finden, wenn dieses Verhalten auch mal mit einer Strafe belegt würde. Wer zu lange parkt, muss ja auch mit einem Knöllchen rechnen.“ Steffen Amme und seine Fraktionskollegin Annemarie Rockmann wollen im Stadtrat eine Debatte zum Thema anstoßen.

„Ich hätte nicht gedacht, wie krass das ist“

„Ich hätte nicht gedacht, wie krass das ist“, sagt die Stadträtin beim Anblick der vielen Fähnchen im Rasen. Ilona Aydin, die gerade mit ihrem Yorkshire vorbeikommt, begrüßt die Aktion. Sie gehört zu denen, die sich beim Gassigehen stets mit mehreren Tüten ausstatten.

Sie ärgert sich über Hundebesitzer, denen es egal ist, wo ihre Lieblinge ihre Häufchen fallen lassen. „Das müsste denen auf der Stirn geschrieben stehen“, wettert sie und zeigt auf den Tütenspender, der wenige Schritte entfernt ist. „Da vorne hängt der Kasten!“

Einen solchen „Kasten“ hätten die Ortsteile übrigens auch gern, sagt Amme. In keinem gebe es einen solchen. „In den Ortschaften ist das Problem nicht so gravierend wie in der Stadt, aber es ist eins“, so Amme. (mz)