Schwarzer HumorBlumenhaus „Immergrün“ in Aschersleben: Karikaturisten machen Witze über den Tod

Aschersleben - Verschiedene Cartoonisten, darunter Mario Lars, Uwe Krumbiegel, Barbara Henniger und Denis Metz machen sich zeichnend Gedanken über das Unvermeidliche und gewinnen dem Tod durchaus schwarzhumorige Seiten ab.

Von Kerstin Beier 30.08.2018, 05:55

Darf man über den Tod Witze machen? Und vor allem: Kann man darüber lachen? Man darf und man kann! Zu dieser Erkenntnis kommt, wer die Karikaturenschau „Ich lach mich tot!“ im Blumenhaus „Immergrün“ in Aschersleben betrachtet.

Zeichner gewinnen dem Tod schwarzhumorige Seiten ab

Verschiedene Cartoonisten, darunter Mario Lars, Uwe Krumbiegel, Barbara Henniger und Denis Metz machen sich zeichnend Gedanken über das Unvermeidliche und gewinnen dem Tod durchaus schwarzhumorige Seiten ab. Der Sensenmann als Synonym für Gevatter Tod taucht gleich an mehreren Stellen auf.

Der „Öko-Tod“ kommt heute nicht mit einem Sensenblatt daher, sondern mit rotierenden Windrädern. Eine völlig angstfreie Bäuerin freut sich über die Sensen-Hilfe, die ihr „vom Himmel geschickt“ wurde, und wenn der schwarze Mann seine Arbeit nicht mit einer, sondern gleich mit drei Schneiden erledigt, wird er von den Kollegen sofort als „Streber“ bezeichnet.

Der „Öko-Tod“ kommt mit rotierenden Windrädern

In weiteren Cartoons widmen sich die Zeichner den Überlebenden. Etwa dem Trauernden, der dem Alleinsein gleich von vornherein ein Schnippchen schlagen will und die Todesannonce ganz pragmatisch mit einer Kontaktanzeige verknüpft. Schließlich ist Traugott Riefenstengel ja jetzt wieder frei.

Auch die Sponsoren-Hascherei nehmen die Zeichner geschickt aufs Korn, indem sie behaupten, eine Beerdigung müsse nicht teuer sein. Bedingung ist nur ein Zusatz auf dem Grabstein. „Dieser Grabstein wird präsentiert von ...“

Sarg als letzter Tresen, der verstorbene verkündet „Ruhetag“

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Installation. Ein Sarg wird hier zum „letzten Tresen“. Der verstorbene Wirt verkündet „Heute Ruhetag“, sein Sarg ruht auf leeren Bierkästen und wird geschmückt von einem Zapfhahn.

Die Ausstellung der Galerie „Komische Meister“ Dresden, die vom Bestattungshaus Heinz Knoche nach Aschersleben geholt wurde, ist bei freiem Eintritt zu besuchen und nur noch bis zum 1. September zu sehen - und zwar täglich zwischen 9 und 18 Uhr. (mz)