Bestattung in Aschersleben

Bestattung in Aschersleben: Zweite Trauerhalle wird gebaut

Aschersleben - Trauernde sollen in Aschersleben eine weitere Möglichkeit bekommen, sich von ihren Angehörigen zu verabschieden.

Von Marion Lange 11.11.2016, 08:08

Trauernde sollen in Aschersleben eine weitere Möglichkeit bekommen, sich von ihren Angehörigen zu verabschieden. Der Bauwirtschaftshof will im kommenden Jahr eine offene Trauerhalle bauen.

„Wir möchten eine Alternative zu unserer klassischen Trauerhalle anbieten“, sagt André Könnecke, Leiter des Bauwirtschaftshofes. Die Pläne wurden erstmals im Betriebsausschuss der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie viel die Waldkapelle kosten soll, ist derzeit noch unklar.

Das offene Gebäude soll in dem Waldstück hinter dem neuen Erinnerungsgarten seinen festen Platz bekommen und vor allem in den Sommermonaten genutzt werden. „Das neue Angebot passt nicht nur zum Erinnerungsgarten, wo die Möglichkeit besteht, sich in einem keltischen Baumhoroskop bestatten zu lassen, sondern wir möchten auch Baumbestattungen anbieten.“

Unterschiedliche Bestattungsmöglichkeiten

Der Erinnerungsgarten wurde in diesem Jahr auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern angelegt. Entstanden sind so 4.300 neue Grabstellen mit zehn unterschiedlichen Bestattungsmöglichkeiten.

Eine weitere soll in den nächsten Jahren dazukommen: Könnecke kündigt an, dass es bereits in fünf Jahren Baumbestattungen geben soll. Dieser soll gleich im Anschluss an den Erinnerungsgarten entstehen. Denn dort gibt es bereits ein Waldstück. „Wir müssten eine Lichtung schaffen und ein paar Pflanzungen vornehmen. Denn bis jetzt ist es ein wild gewachsener Stangenwald“, sagt Könnecke. Bei Baumbestattungen wird die Asche des Verstorbenen nahe den Wurzeln in die Erde gebracht.

Erste Entwürfe in Arbeit

Erste Entwürfe für die offene Waldkapelle soll es noch in diesem Jahr geben, im kommenden Jahr soll das Vorhaben bereits umgesetzt werden.

Auch die vorhandene Trauerhalle hat man im Blick. „Leider wird diese nur zu 50 Prozent genutzt. Deshalb wollen wir auch dort investieren“, sagt er und denkt dabei an die alten Nachtspeicheröfen. Diese wurden nach der Wende eingebaut und lassen sich nur schwer steuern. „Sie haben einen hohen Verbrauch. Und wenn die Tür einmal länger offen ist, dann wird es kalt in der Halle“, sagt er.

Die Nachtspeicheröfen sollen deshalb durch elektrische Deckenheizstrahler ersetzt werden. „Diese Art der Heizung wird bereits in Kirchen verwendet. Wir rechnen, dass wir dadurch nur noch 20 Prozent der Heizkosten haben werden“, sagt er. Die Wärme treffe genau auf die Menschen in der Halle. Dadurch werde es auch nicht gespürt kühler, wenn die Türen offen stehen. Investieren wird der Bauwirtschaftshof dafür 10.000 Euro. Die Ausschreibung werden noch im Dezember erfolgen.

In den Jahren 2013 bis 2015 wurden in den Wegebau auf dem Friedhof insgesamt 250.000 Euro investiert. „Wir haben diesen in drei Abschnitten realisiert. Unter anderem wurden dabei der Eingangsbereich neu gestaltet und 200 Meter Weg erneuert. „Auch im kommenden Jahr möchten wir weitere 200 Meter ausbauen.“ Dann werde der Hauptweg bis zur Kreuzung Eingang Oberstraße ausgebaut. Dafür stehen 150.000 Euro zur Verfügung.

Der Ascherslebener Friedhof in der Schmidtmannstraße gilt als Flächendenkmal. „Das heißt, wir müssen ihn charakteristisch so erhalten, wie er einst vor 150 Jahren angelegt wurde“, erklärt der Bauhofchef weiter. Unter anderem zähle dazu das Nachpflanzen von Bäumen, die Erneuerung von Einfriedungen, der Wegebau und auch alle andere Vegetation. Auch dafür stehe im Haushalt Geld zur Verfügung. Insgesamt werden 20.000 Euro eingeplant.

Auch Investitionen auf den Ortsteilfriedhöfen sind im Wirtschaftsplan des Bauwirtschaftshofes für das kommende Jahr enthalten. „Wir werden uns zum Beispiel die Zaunanlage des Friedhofes in Neu Königsaue ansehen müssen“, sagt Könnecke. Der Ortschaftsrat hatte nach einem Ortsrundgang auf den schlechten Zustand aufmerksam gemacht. „Wir werden reparieren oder ersetzen. Das werden wir vor Ort entscheiden. Eingeplant sind dafür erst einmal 20.000 Euro“, sagt André Könnecke. Diese Maßnahme soll noch in den Wintermonaten umgesetzt werden. (mz)