Bauwirtschaftshof Aschersleben

Bauwirtschaftshof Aschersleben: Vier Azubis beginnen Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer

Aschersleben - Schon Tage vor Ausbildungsbeginn lagen sie fein säuberlich in vier Häufchen bereit: Arbeitshandschuhe, Warnweste, Pflanzschaufel und eine Tasche mit Fachliteratur. Die „Neuen“ im Bauwirtschaftshof sollen sich willkommen ...

Von Kerstin Beier 08.08.2017, 07:45

Schon Tage vor Ausbildungsbeginn lagen sie fein säuberlich in vier Häufchen bereit: Arbeitshandschuhe, Warnweste, Pflanzschaufel und eine Tasche mit Fachliteratur. Die „Neuen“ im Bauwirtschaftshof sollen sich willkommen fühlen.

Darauf legt Holger Dietrich als Ausbildungsverantwortlicher großen Wert. Sasha-Davut Duman, Djamila Behrendt, Cindy Koennecke und Nick Meißner haben die ersten Tage als neue Azubis im Bauwirtschaftshof hinter sich. Bis Mitte September sind sie wechselnd in unterschiedlichen Teams unterwegs, um alle Arbeitsbereiche kennenzulernen. Anschließend geht es zum ersten Mal in die Berufsschule.

Im Juli wurden zwei Azubis übernommen

Mit der Ausbildung von vier künftigen Garten- und Landschaftsbauern sichert das Unternehmen den eigenen Nachwuchs, betont Bauhof-Leiter André Könnecke. Zwei haben in diesem Jahr ausgelernt und sind Anfang Juli auch übernommen worden. Die Ausbildung der Neuen dauert drei Jahre, und laut Könnecke werden in dieser Zeit fünf Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden.

„Wir versuchen also, uns nach und nach etwas zu verjüngen“, so Könnecke. Ein Umstand mit positivem Nebeneffekt für diejenigen, die jetzt anfangen. „Wer seine Lehre bei uns mit ordentlichen Leistungen abschließt, hat gute Zukunftschancen im Betrieb“, sagt Holger Dietrich. Er verhehlt aber auch nicht, dass die Anforderungen hoch sind.

So müssen sie beispielsweise 300 Pflanzen erkennen und mit lateinischem Namen benennen können, „das fällt vielen schwer, weil es wie das Erlernen einer Fremdsprache ist“, weiß Holger Dietrich. Seine Schützlinge arbeiten aber auch mit Holz und im Wegebau. „Der Beruf des Garten- und Landschaftsbauers ist sehr vielfältig“, sagt er. Weil nicht alle Lehrinhalte im Betrieb vermittelt werden können, erlangen die Auszubildenden Spezialkenntnisse in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte, die sich in diesem Fall am Reinstedter Weg in Aschersleben befindet.

Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer

Im Gegensatz zu anderen Branchen krankt der Bauwirtschaftshof bisher nicht an einem eklatanten Mangel an Bewerbungen. „Anfangs war es etwas schwierig“, blickt der Ausbildungsleiter zurück. Zum einen sei spürbar, dass es insgesamt weniger Jugendliche gibt. Andererseits gebe es immer weniger, „die mit Dreck arbeiten wollen“, lacht er. Trotzdem seien am Ende zehn in der engeren Wahl gewesen.

Vor der endgültigen Entscheidung werden die Bewerber zum Probearbeiten eingeladen. „Da sehen wir dann schon, ob es passt“, sagt Dietrich. Offenbar hat sich das Auswahlverfahren bewährt, denn in den vergangenen Jahren habe es relativ wenige „Ausfälle“ unter den Auszubilden gegeben. Trotz der zum Teil „unchristlichen“ Zeiten, zu denen die Arbeit beginnt, sei die soziale Komponente, also Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, das kleinere Problem.

Es seien in der Vergangenheit eher schulische Defizite zum Beispiel in Mathematik, die es auszugleichen gilt. „Aber mit gutem Willen und Fleiß kriegen wir das gemeinsam hin“, äußert sich der Ausbilder optimistisch. Wichtig seien ihm „vernünftige Umgangsformen“, aber die würden die gestandenen Mitarbeiter den Jugendlichen schon vorleben.

Tatsächlich loben diese das Klima. Nach der ersten Arbeitswoche jedenfalls sind die vier jungen Leute noch voll motiviert, haben in ihren Teams kräftig mit angepackt zum Beispiel beim Rasenmähen und Unkrautjäten als Vorbereitung auf die Nacht der Sinne. „Ich bin kein Drinnenarbeiter“, sagt zum Beispiel Nick und fügt hinzu: „Ein Schreibtischjob wäre mein Tod.“ Die anderen nicken. Djamila hat schon einen Garten, und sie freut sich schon darauf, „dort irgendwann alles selbst zu können.“ (mz)