Vereinsfusion

Ascherslebener Mieterverein geht jetzt gemeinsam mit Mieterbund Halle

Beide Seiten erhoffen sich von diesem Zusammenschluss Vorteile. Vor allem in der Verwaltung soll gespart werden.

Von Kerstin Beier Aktualisiert: 14.05.2022, 16:26 • 14.05.2022, 15:48
Der Mieterverein Aschersleben vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Sachen Mieterschutz. Demnächst wird er mit  Halle fusionieren.
Der Mieterverein Aschersleben vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Sachen Mieterschutz. Demnächst wird er mit Halle fusionieren. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben/MZ - Der Mieterverein Aschersleben wird mit dem Deutschen Mieterbund Halle e.V. fusionieren. Die Mitglieder in Aschersleben werden trotzdem auch weiterhin einen Ansprechpartner haben: Die Geschäftsstelle in der Taubenstraße bleibt bestehen, persönliche Beratungen finden wie bisher vor Ort statt, versichert Rüdiger Metzschcker, Geschäftsführer in Aschersleben.

Warum dann die Fusion? „Wir konzentrieren die Verwaltung an einer Stelle“, erklärt Ellen Schultz, Vorsitzende des Hallenser Vereins, der seit vergangenem Jahr auch in Bernburg und Staßfurt schon aktiv ist. So müssten zum Beispiel Verwaltungsprogramme nicht für jeden der elf Vereine im Landesverband angeschafft werden. Die Chefs in den Geschäftsstellen könnten sich auf die Kernaufgaben konzentrieren und müssten sich weniger mit Administration herumschlagen. „Wir gewinnen damit eine ganz andere Stärke“, sagt Ellen Schultz. Sie steht nicht nur dem Hallenser Verein vor, sondern ist gleichzeitig Vizepräsidentin des Deutschen Mieterbundes. Aus ihrer Erfahrung weiß sie, dass solche Fusionen „den Gründern von damals nicht leicht fallen. Da gibt es viele Befindlichkeiten.“

Bei Rüdiger Metzschcker jedoch läuft sie offene Türen ein. Er sei einer der ersten gewesen, die die Notwendigkeit „tragfähiger Strukturen“ erkannt haben. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Interessenvereinigungen der Mieter sich aus keinem Fördertopf bedienen können und sich allein aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Neue Mitglieder des Vereins in Aschersleben zahlen 96 Euro pro Jahr. Andere, die schon länger Mitglieder sind, sind noch mit 56 bzw. 78 Euro dabei. 800 Mitglieder hat der Verein, und mit den eingenommenen Beiträgen werden sämtliche Ausgaben gedeckt. Mit der Fusion vertritt der Deutsche Mieterbund Halle 7.000 Mieter. Laut Rüdiger Metzschcker ist die Prüfung der Betriebskostenabrechnungen eines der wichtigsten Betätigungsfelder. Er ist stolz darauf, dass es seit 2015 keinen Fall in Aschersleben gab, in dem Mietstreitigkeiten vor Gericht ausgefochten werden mussten. „Wir handeln auch als Schlichtungsstelle, weil wir wollen, dass das Klageverfahren der letzte Weg ist“, sagt er und Ellen Schultz ergänzt, dass es gerade deshalb so wichtig sei, die kommunale Verbundenheit vor Ort zu erhalten.

Dazu gehört auch die Chance für die Mieter, sich persönlich beraten zu lassen. „Natürlich kann ich mich auch durch Websites klicken“, so Schultz, die persönliche Beratung ersetze dies jedoch nicht. Zumal das anonyme Netz oder das Telefon für viele eine große Hürde seien. „Insofern leisten wir auch ein Stück Seelsorge.“ Den Chefs beim Mieterbund ist bewusst, dass sich ihre Arbeit in Zukunft verändern wird. Aufgrund steigender Kosten auf allen Gebieten werden die Anforderungen an die Beratung steigen. „Wir werden uns mit neuen, technischen Dingen beschäftigen müssen und damit, wie die Mieter sparen können.“ Modernisierungs-Mieterhöhungen werden „ein Riesenthema sein“, so Schultz, die verspricht, den Vermietern weiter auf die Finger zu schauen.