Sprachassistent

Alexa von Amazon: Sprachassistent wird nicht so genutzt wie Amazon es gerne hätte

Köln - Sprachassistenten wie Alexa von Amazon sollen ihren Besitzern das Leben leichter machen. Doch bei vielen überwiegt noch die Skepsis. Und das schadet auch Amazon.

Von Kristin Eckel 17.08.2018, 05:00
Die meisten Kunden nutzen Sprachassistent Alexa nicht so, wie Amazon es sich wünscht.
Die meisten Kunden nutzen Sprachassistent Alexa nicht so, wie Amazon es sich wünscht. dpa-Zentralbild

Alexa, der Sprachassistent von Amazon, wird in immer mehr Haushalten zu einem festen Bestandteil. Dieser drahtlose, mit dem Internet verbundene Lautsprecher soll als eine Art persönlicher Assistent fungieren. Über eine Sprachsteuerung kann das Gerät die verschiedensten Befehle ausführen.

Eine britische Studie hat jetzt herausgefunden, wofür die Besitzer eines solchen Sprachassistenten ihr Gerät benutzen. Dafür wurden 1.000 Personen befragt. Über die Hälfte der Anfragen an Sprachassistenten werden demnach gemacht, um nach dem Wetter oder Nachrichten zu fragen. Zwei Drittel der Nutzer hören tatsächlich über den Lautsprecher Musik. Und immerhin jeder Fünfte hat schon mal gefragt, wie lange ein Ei gekocht werden muss.

Alexa wird nicht so genutzt, wie von Amazon vorgesehen

All diese Erkenntnisse sind nicht gerade überraschend, für Amazon aber eine große Enttäuschung. Denn der Amazon Echo Lautsprecher war eigentlich für etwas ganz anderes gedacht. Damit Amazon nicht nur einmalig von dem Verkauf der Geräte profitiert, sollten über Alexa hauptsächlich Einkäufe getätigt werden.

Bei Amazon, versteht sich. Und den Kunden wird es mehr als einfach gemacht. Was bestellt werden soll muss praktisch nur gesagt werden, und Alexa kümmert sich um den Rest. Trotzdem scheinen kaum Nutzer das auch zu tun. So berichtet es zumindest das Technologie-Online-Magazin „The Information“.

Dort wird sich auf einen anonymen Insider berufen, der wissen will, dass nur zwei Prozent der Besitzer eines Sprachassistenten von Amazon auch schon einmal darüber eingekauft haben. Und: Ganze 90 Prozent von denen, die etwas gekauft haben, machten das nicht noch ein zweites Mal. Das wurde deutlich machen, dass Skepsis und Berührungsängste gegenüber der Technologie noch überwiegen. 

Skepsis gegenüber Sprachassistenten bleibt

Das kann auch die britische Studie bestätigen: Ganze 80 Prozent der befragten Sprachassistent Nutzer haben Angst, dass ihre Gespräche von dem Gerät aufgezeichnet und abgehört werden. Tatsächlich funktioniert die Sprachsteuerung so, dass die Geräte im sogenannten Bereitschaftsmodus alles was gesprochen wird verarbeiten und auf ein Signalwort, zum Beispiel „Alexa“, warten. Wenn das registriert wird, wird die eigentliche Sprachsteuerung eingeleitet.

Zwei Hackern aus China ist es jetzt tatsächlich gelungen den Albtraum eines jeden Alexa-Nutzers wahrzumachen, berichtete der Stern. Sie haben aus dem Sprachassistenten eine Wanze gemacht. Über ein von ihnen manipuliertes Gerät konnten sie sich mit anderen verbinden und diesen Befehle geben.

Aber Entwarnung: Das Ganze wurde im Rahmen der Hacker-Konferenz Defcon präsentiert und die beiden Chinesen gehören zu den sogenannten „White Hats“. Das sind Hacker, die für Firmen Schwachstellen in Systemen suchen und diese dann darauf hinweisen. So war es auch in diesem Fall und seit einem Update im Juli sollen alle Sprachassistenten von Amazon vor solchen Angriffen geschützt sein, so der Konzern.